Aus reiner Faulheit: Strahlenschutzfachmann fälscht AKW-Strahlenprotokolle – Es kommt nicht von ungefähr, dass berichtende Medien den folgenden Fall mit der berühmten Zeichentrickserie „Die Simpsons“ vergleichen. Ein Mitarbeiter eines Atomkraftwerkes in der Schweiz hat nämlich aus reiner Faulheit Strahlenprotokolle gefälscht. Eine Tat, die man so wohl nur einem Homer Simpson zuschreiben würde, der seine Arbeit als Sicherheitsinspektor im Kernkraftwerk von Springfield bekanntermaßen auch nicht unbedingt allzu ernst nimmt.

Allerdings sind die Folgen einer derartigen Nachlässigkeit im wahren Leben alles andere als komisch, weshalb der fragliche Mitarbeiter laut dem Schweizer Medienunternehmen CH Media von der Bundesanwaltschaft per Strafbefehl verurteilt worden ist.

Zugetragen hatte sich das Ganze direkt an der Grenze Deutschlands, in dem Atomkraftwerk Leibstadt am Hochrhein.

Dort war der Mitarbeiter als Strahlenschutzfachmann angestellt, und als solcher mit der Aufgabe betraut, mobile Strahlungsmessgeräte zu kontrollieren. Dazu war er aber schlicht zu faul und ließ ganze drei Halbjahresprotokolle aus Bequemlichkeit einfach aus. Wie die Zeitungen der CH-Media berichten, habe er in die Checklisten ausgedachte Zahlen eingetragen und dergestalt über 200 Protokolle gefälscht.

Damit verstieß der Mann gegen die Kontroll- und Dokumentationspflicht des Kernenergiegesetzes und hat infolgedessen ein Bußgeld von 3000 Franken und 1000 Franken Verfahrenskosten zu zahlen – in etwa eins zu eins auf den Euro umzurechnen.

Erwischt wurde der Faulpelz durch einen Vorgesetzten, dem aufgefallen war, dass die Zahlen nicht die übliche Streuung zeigten. Immerhin sei es dadurch aber zu keinem Sicherheitsproblem gekommen, hätten die Kontrollen doch keinen direkten Einfluss auf die nukleare Sicherheit.

Wie es weiter heißt, sei der Mann in dem AKW nicht mehr beschäftigt. Er habe mittlerweile jedoch eine neue Stelle bei einen Nutzfahrzeughersteller angetreten.

Quellen: stern.de , tagblatt.ch