Astrazeneca, Biontech, Moderna im Vergleich: Studie zeigt, wie lange die Corona-Impfstoffe wirken – Nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie wurde fleißig an Impfstoffen gegen das Covid-19-Virus getestet. Seit rund einem Jahr sind sie nun auf dem Markt und werden weltweit verimpft. Doch die Wirkung der Corona-Impfungen ist nicht von Dauer und lässt nach einigen Monaten bereits nach, wodurch auch der Schutz vor einem schweren Verlauf verringert wird.   

Eine Forschungsgruppe der Universität Umeå in Schweden hat nun eine Studie veröffentlicht, in der man über 840.000 Geimpfte mit derselben Anzahl an Ungeimpften verglich. In ihrer Preprint-Studie, die noch einer Qualitätsprüfung unterzogen werden muss, wurde die Dauer der Wirksamkeit von Astrazeneca, Moderna und Biontech miteinander verglichen.

5,8 Millionen Daten

Für diese Studie konnten die Forscher zudem auf 5,8 Millionen Daten von Menschen aus zwei landesweiten Registern zurückgreifen, die alle Impfungen und Erkrankungen verzeichneten. Das Ergebnis zeigte auf, dass bei einer Verimpfung von zwei Dosen Astrazeneca bereits nach vier Monaten die Wirkung merklich nachließ.

Derweil kommt der Biontech-Impfstoff auf sieben Monate und Moderna hielt nach sechs Monaten zu 60 Prozent seinen Impfschutz. Bei Menschen, die eine Kreuzimpfung mit Astrazeneca und mRNA erhielten, lag die Wirkungsdauer ähnlich wie bei der von Moderna. Vorige Untersuchungen bescheinigten Biontech und Astrazeneca allerdings noch eine wesentlich höhere Effizienz.

Auch Schutz vor einem schweren Verlauf lässt nach

Laut dem schwedischen Team muss man diesbezüglich bedenken, dass bei älteren Studien die Delta-Variante des Virus noch nicht flächendeckend grassierte. Laut der Studie liegt der Impfschutz bei zwei verabreichten Dosen zwischen sechs und neun Monaten bei Frauen bei 70 und bei Männern bei rund 50 Prozent.

Hinsichtlich eines schweren Verlaufs zeigten die Ergebnisse, dass die Effektivität auch hier nachließ. So lag sie anfangs bei 90 Prozent, sank aber nach rund sechs Monaten auf 40 Prozent in Bezug auf den Schutz vor einem schweren Verlauf. Vor allem war dies bei älteren Menschen ab 80 Jahren aufwärts der Fall. Bei Jüngeren sei der Schutz nach sechs Monaten aber weiterhin stabil und liege bei 80 Prozent.

Im Zuge der Diskussion um eine benötigte Booster-Impfung zeigt zumindest diese Studie, dass eine Booster-Impfung aufgrund der nachlassenden Wirkung von Astrazeneca, Moderna oder Biontech wahrscheinlich verabreicht werden muss, um den Impfschutz wieder zu erhöhen.

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Quelle: focus.de