Der Frühling hat dieser Tage ein Bein bereits in der Tür und das bedeutet, dass die heiße Bewerbungsphase wieder ansteht. Jährlich suchen abertausende Jugendliche einen Ausbildungsplatz, nachdem sie mit der Schullaufbahn abgeschlossen haben.

Wer bereits mit dem Schrecken namens Ausbildungsplatzsuche konfrontiert war, der wird wissen, dass es manchmal gar nicht so leicht ist, Fuß in einem Metier zu fassen, das einem zusagt, geschweige denn überhaupt einen Platz zu finden. Aber wer hat es überhaupt schwerer einen Ausbildungsplatz in Deutschland zu finden?

Wie eine Studie des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen nun zeigt, sollen es Jugendliche mit türkischem Namen wesentlich schwieriger bei der Ausbildungsplatzsuche haben als Deutsche. Sie müssen deutlich mehr Bewerbungen verschicken, ehe sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden, obwohl sie bildungstechnisch auf einem ähnlichen oder exakt dem gleichen Niveau wie die Deutschen sind. Fünf Bewerbungen muss ein deutscher Bewerber im Durchschnitt schreiben, ehe er zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird, ein türkischstämmiger sieben.

Für die Studie schickten die Studienbetreiber jeweils zwei Bewerbungen von Schülern mit deutscher Staatsangehörigkeit an ungefähr 1800 Unternehmen, welche mit Ausbildungsplätzen für Kfz-Mechatroniker und Bürokaufleute warben. Der Deutsche erhielt öfter eine Rückmeldung auf seine Bewerbung oder eine Einladung zum Vorstellungsgespräch, während der türkischstämmige Bewerber öfter leer ausging.

Interessant: Unternehmen klagen jedes Jahr aufs Neue, dass es zu wenig qualifizierte Bewerber gebe, während mehrere zehntausend Schulabgänger keinen Ausbildungsplatz erhalten. Viele davon Schüler mit ausländischen Wurzeln, wobei nicht einmal schlechtere Noten ausschlaggebend für eine Absage sind. Da reicht allein der für deutsche Unternehmen befremdlich klingende Name im Lebenslauf.