Dem klassischem Modell der Acht-Stunden-Arbeitszeit weht schon seit einiger Zeit ein Wind neuer psychologischer Erkenntnisse entgegen. Es geht darum, unsere Produktivität zu steigen, indem man den Arbeitstag kürzt. Ein Ansatz, den im Kern auch das folgende Experiment verfolgte. Mit großem Erfolg.

Das Problem: Forscher fanden heraus, dass Mitarbeiter während der Mittagspause kaum dazu kommen, wirklich abzuschalten. Es wird doch noch telefoniert oder eine E-Mail verfasst, man nimmt sein Essen unter Zeitdruck zu sich und so ein voller Magen kostet ja schließlich auch Energie.

Auf Basis dieser Erkenntnis wurde bei der kanadischen Unternehmensberatung O2E Brands ein neues Pausenmodell getestet, welches vorsieht, dass die Angestellten der Firma punkt 11 Uhr für genau sieben Minuten die Arbeit niederlegen. Natürlich zusätzlich zur gewohnten Mittags- und Kaffeepause.

Und siehe da: Die Kollegen konnten die neue Pause tatsächlich nutzen, um zu entspannen, und setzten die neugewonnene Energie in Produktivität um. Der Chef von O2E Brand zeigte sich entsprechend begeistert und erklärte dem US-Wirtschaftsportal 'Inc.Com' stolz: „Wir konnten unseren Umsatz durch diese Maßnahme kontinuierlich auf 150 Millionen US-Dollar steigern.“

Insofern könne er jedem Unternehmen die Sieben-Minuten-Pause nur empfehlen.

Mal schauen, ob dieses neue Modell nun Schule machen wird. Schaden kann es sicherlich nicht, seinen Chef darauf hinzuweisen. Auch wenn solche Ansätze letzten Endes bloß den Zweck haben, uns kleine Ameisen noch fleißiger zu machen, ist das immer noch eine Win-Win-Situation.