Geld soll ja bekanntlich nicht glücklich machen – wen würden ein heißer Sportwagen oder die schönsten Frauen auch glücklich machen. Ein neuer Gesundheitsreport hat nun gezeigt, dass Menschen aus reichen Ländern eher zu Antidepressiva greifen. Grund dafür könnte natürlich der immer noch nachhallende Einfluss der Wirtschaftskrise sein, aber es wird auch gemunkelt, dass die Ärzte in jenen Ländern leichtfertiger mit Medikamenten umgehen. Denn völlig ohne Nebenwirkungen sind die kleinen bunten Pillen natürlich keineswegs.

Die Anwendung von Antidepressiva ist laut der Studie in den meisten OECD-Ländern(Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung)drastisch angestiegen. In einigen Ländern werden inzwischen mehr als einem von zehn Erwachsenen solch Medikamente verschrieben. Die Führer der Rangliste sind Island, Australien und Kanada. Aber auch Deutschland ist gut dabei. Zwischen 2000 und 2011 hat sich die Tagesdosis je 1000 Einwohner von 20 auf 50 vergrößert.

Ärzte verschreiben das Medikament scheinbar schon bei kleinsten Depressionen. Erfahrungsberichte haben gezeigt, dass ein Antidepressivum bei geringen Verstimmungen nicht besser als ein Placebo wirkt. Dadurch werden die Patienten nur unnötigen Risiken ausgesetzt, wie etwa einem erhöhten Suizidrisiko. Paradox!