Dass die Niederländer was Rauschmittel betrifft deutlich liberaler sind als wir, ist ja allgemein bekannt. Und doch schafft es unser Nachbar immer wieder, uns zu überraschen. In Amsterdam läuft nämlich ein Projekt, dessen Zielsetzung darin besteht, obdachlosen Alkoholikern eine Beschäftigung zu geben, indem sie an drei Tagen in der Woche von 9.00 bis 15.30 Uhr als Straßenreiniger arbeiten können.

Soweit so gut, eine entsprechende Vorbildung durchs Flaschensammeln ist ja schon gegeben. Das Kontroverse an der Sache ist jedoch die Bezahlung: Pro Tag gibt es zehn Euro, ein halbes Tabak-Päckchen und Fünf Dosen Bier! Die Rationen werden dabei auf die Schicht verteilt: zwei Dosen am Morgen, zwei zum Mittag und ein Feierabendbierchen. Ziel des Ganzen ist es, „die Suchtkranken in einer Beschäftigung zu halten, damit sie nicht weiter Ärgernis erregen können.“

Die Form der Entlohnung mag Anstoß erregen, und doch äußern die Beteiligten offen, dass sie ohne Bier gar nicht erst antreten würden. „Wir brauchen Alkohol, um zu funktionieren. Das ist der Nachteil am Alkoholismus.“, so die bitter-pragmatische Meinung eines der Teilnehmer.

Sinnvoll oder zynisch … wir sind hin- und hergerissen. Was denkt ihr?