Das Wetter macht dauernd, was es will. An einem Tag brennt die Sonne runter, am nächsten fegen monströse Wirbelstürme über das Land hinweg. Einem Paar aus Schleswig gelang es, gleich zwei davon aus dem Innenraum ihres Wagens heraus zu filmen, die aufeinander zujagten. Tornados, um genau zu sein. Jetzt sollte man annehmen, dass zwei Windhosen, die aufeinander zuhalten, das Interessanteste an so einem Video sein sollten. Weit gefehlt. Denn im Wagen tobt ein zweiter Sturm, hier nähern sich Fronten mit komplett unterschiedlicher Polung an und stoßen sich im Wechselspiel ab.

Denn das Tolle an diesem Filmchen ist die authentische Beziehung zwischen ihm, einem gewissen Daniel Thomsen – und seinem „Schatzi“. Wir erleben live mit, wie die beiden sich mit dem Sturm konfrontiert sehen – Daniel filmt (unter anderem seine Adiletten) und „Schatzi“ fährt. Den Rest der Ereignisse kann man sich als Kerl denken: Thomsen will ran und das arschcoole Naturphänomen aus nächster Nähe studieren. Sie sagt überdeutlich, was sie davon hält und bewegt sich konstant am Rande der Hysterie.

Was ihr Angst macht, bedeutet für uns einen astreinen Unterhaltungswert, der jeden Rotz, der nachmittags im Scripted-Reality-TV läuft, in seine Schranken weist. Denn die nordische Entspanntheit dieses Mannes trifft auf reinen weiblichen Zorn und gleich mehrere Klassiker aus dem Repertoire der Doppel-X-Fraktion. So bringt Schatzi auch gleich den wohl Bekanntesten, als Thomsen aussteigen möchte, um das Spektakel in Augenschein zu nehmen: „Ich find‘ das gar nich‘ witzich!“
Wir schon, Schatzi. Wir schon.