Was lange von vielen ohnehin schon vermutet wurde, wurde nun wissenschaftlich untermauert: Die einen macht ein alkoholisches Getränk einer Art fröhlich und ausgelassen, andere Menschen werden von anderen Alkoholsorten müde, depressiv oder sogar aggressiv. Eine neue Studie offenbart, dass verschiedene Alkohol-Arten tatsächlich unterschiedliche Emotionen auslösen können.

30.000 Erwachsene zwischen 18 und 34 wurden in 21 Ländern befragt. Dabei wurde offenbar, dass sich Bier, Schnaps sowie Rot- oder Weißwein unterschiedlich auf die Gemütsverfassung der Konsumenten niederschlagen. So wurde dem Rotwein etwa ein Gefühl der Entspannung attestiert, mehr als die Hälfte der Probanden offenbarten, dass der edle, rote Tropfen sie beruhige. Auch Biertrinker gaben an, dass der Gerstensaft sie entspanne – nicht jedoch Schnaps: Hier gaben nur 20 Prozent der Befragten ein Entspannungsgefühl zu Protokoll.

Macht Schnaps aggressiv?

Rum, Gin, Wodka und andere hochprozentige Tropfen scheinen eher für negative Gefühle verantwortlich zu sein. Fast zwei Drittel der schnapstrinkenden Probanden offenbarten, dass der Hochprozentige in ihnen Gefühle von Aggressionen auslöste – beim Rotwein waren das nur 2,5 Prozent. Doch auch gewisse positive Gefühle wurden mit Schnaps in Verbindung gebracht, etwa Selbstvertrauen, Energie sowie der Eindruck, sexy und begehrenswert zu sein. Die Wissenschaftler sind überzeugt: Alkoholabhängige greifen unter anderem deshalb zu ihrem Suchtmittel, weil dies für positive Gefühle sorgt.

Das Gefühl, mehr Energie zu haben (bis zu fünfmal mehr als Nichttrinker) lässt sie unter anderem zur Flasche greifen. Rückschlüsse auf Ursache und Wirkung ließen sich aus der Studie nicht ziehen, so die Wissenschaftler, da es sich um eine reine Beobachtungsuntersuchung handle. Neben dem Alkohol seien höchstwahrscheinlich viele andere Faktoren maßgeblich bei der Entstehung von Gefühlen: Etwa Werbung, das Umfeld, in dem getrunken werde, sowie der reine Alkoholgehalt der verschiedenen Getränke.

Quelle: stern.de