Während der Feiertage fühlt man sich in vielerlei Hinsicht wieder wie ein Kind. Nicht nur, dass wir Geschenke von unseren Eltern bekommen, wir werden am Tisch auch noch gemästet, als wären wir immer noch im Wachstum. Und da es bei Muttern bekanntlich am besten schmeckt, hauen wir auch rein, als gäbe es kein Morgen. Einen Unterschied zur seligen Kindheit gibt es dann aber doch: Den Verdauungsschnaps danach!

Doch handelt es sich dabei um ein etabliertes Hausmittel, das tatsächlich für freie Straßen im Verdauungstrakt sorgt? Oder eher um eine Ausrede für geselligen Alkoholkonsum? Schweizer Wissenschaftler wollten genau das herausfinden und setzten 20 Probanden ein ordentliches Käsefondue mit 32 Prozent Fettanteil vor. Nun durften einige Teilnehmer lediglich schwarzen Tee dazu trinken, eine weitere Gruppe labte sich an einer halben Flasche Wein und der Rest musste sich mit Wasser begnügen.

Was kam dabei raus? Bei den Alkoholkandidaten jedenfalls weniger. Selbst der berühmte Verdauungsschnaps im Anschluss sorgte im Darm eher für Stau. Wer es sich dennoch gutgehen lassen möchte, sollte alternativ vor dem Essen dem Alkohol frönen. Sherry, Portwein oder Pils regen durch ihre Bitterstoffe die Magenschleimhaut an, Säure freizusetzen. Das gleiche Ergebnis erzielt man jedoch auch mit einem Espresso.

Fakt ist also, dass Alkohol der Verdauung nicht förderlich ist, von der Gesundheit ganz zu schweigen. Wer wirklich etwas gegen sein Völlegefühl machen möchte, sollte Spazierengehen. Denn das hilft nachweislich.

Quelle: spiegel.de