Man sollte meinen, dass die Menschheit am Morgen nach dem ersten üblen Saufgelage der Weltgeschichte zu der Erkenntnis gelangt sein müsste, dass Alkohol eine Scheißidee ist. Anstatt das Zeug jedoch als Gift abzustempeln, das einen üblen Kater verursacht, haben wir es kultiviert und eine Art Trink-Anleitung im kollektiven Gedächtnis zusammengetragen. Jeder kennt Weisheiten wie  „Wein auf Bier, das rat ich dir. Bier auf Wein, lass es sein“ oder „Immer die gleiche Menge Wasser dazu trinken“. Aber hat der Volksmund damit überhaupt Recht?

An der Nummer mit der richtigen Reihenfolge in Sachen Bier- und Wein-Genuss ist jedenfalls schon mal gar nichts dran. Am Ende macht nur die Menge den Kater. Ob wir dabei nun wild durcheinandertrinken, oder uns an eine Sorte Alkohol klammern, ist dabei vollkommen wurscht. Dazu ist jedoch zu sagen, dass ein monogames Trinkverhalten schnell zu Langeweile führen kann und wir früher aufhören. Wer hemmungslos Gläschen-wechsle-Dich spielt, nimmt dagegen tendenziell deutlich mehr Alkohol zu sich. Sprich: Der Konsum vieler verschiedener Sorten ist gar nicht der eigentliche Grund für einen heftigen Absturz, wie fälschlicherweise oft angenommen wird.

Wasser vs. Alkohol

Den Rat, zwischendurch immer wieder Wasser zu trinken, solltet ihr dagegen annehmen. Letzten Endes ist Alkohol nämlich ein Zellgift, welches die Ausschüttung eines Hormons namens ADH unterdrückt. Ein Zeug, das unter normalen Umständen dafür sorgt, dass Wasser im Körper gehalten wird. Trinken wir Alkohol, ist weniger ADH am Start und wir scheiden deutlich mehr Flüssigkeit aus als gewöhnlich.

Die daraus resultierenden Mangelerscheinungen äußern sich dann unter anderem im Gehirn als böse Kopfschmerzen. Natürlich ist der hohe Flüssigkeitsverlust nur einer der Faktoren, die zu einem Kater führen, dafür aber auch einer, der sich verhältnismäßig leicht ausschließen lässt. Trinkt einfach zwischendurch und auch danach ausreichend Wasser. Mythos bestätigt!

Viele Leute propagieren außerdem, dass man nach einem heftigen Saufgelage gleich noch in der Nacht ein Aspirin und/oder eine Magnesiumtablette einwerfen soll. Und tatsächlich ist auch da etwas Wahres dran. Denn nach einer feucht-fröhlichen Nacht scheiden unsere Nieren vermehrt Magnesium aus. In dem Falle brechen sich die Mangelerscheinungen gerne mal in Form von Krämpfen Bahn. Magnesiumtabletten sind also keine schlechte Idee. Was die gute alte Aspirin betrifft, können wir aus eigener Erfahrung jedoch sagen, dass man sich darauf nicht allzu sehr verlassen sollte.

Quelle: focus.de