Mit der folgenden Geschichte erreicht die Redewendung „eine Schnapsidee haben“ ganz neue Dimensionen. Ein Franzose war nämlich der Meinung, er müsse den Bar-Rekord im Schnapstrinken brechen und stürzte zu diesem Zweck 56 Kurze herunter. 30 davon in gerade mal einer Minute. Zwar konnte er die bisherige Bestleistung von 55 Schnäpsen überbieten, allerdings zu dem denkbar höchsten Preis, den man überhaupt zahlen kann.

Nachdem man den logischerweise volltrunkenen Mittfünfziger zunächst nach Hause gefahren hatte, wurde recht schnell deutlich, dass ein Krankenhausbesuch unumgänglich sei. Dort fiel der Vater einer 21-jährigen Tochter ins Koma, erlitt einen Herzinfarkt und starb.

Nun stellt sich die Frage der Schuld. Besagte Tochter äußerte gegenüber einer Zeitung: „Mein Vater starb durch seine eigene Hand, aber es war die Kneipe, die ihm die Getränke servierte.“. Auch die Polizei ermittelt in diese Richtung. Immerhin habe der Wirt einem Menschen in Gefahr nicht beigestanden und könne deshalb belangt werden, so ein Sprecher der Behörde. Sollte die Autopsie das fahrlässige Verhalten des Barbetreibers bestätigen, hat die Tochter bereits eine Klage angekündigt.

Der Barbesitzer wiederum beteuert, dass er seinem Gast nach 30 Schnäpsen geraten hatte, aufzuhören, dieser jedoch „viel zu schnell“ getrunken habe.

Der Familie des Verstorbenen sei an dieser Stelle unsere tiefstes Mitgefühl ausgesprochen, und doch sind wir gespannt, in welche Richtung sich die nun unweigerlich folgende öffentliche Debatte zum Thema 'Eigenverantwortung' entwickeln wird.

Quelle: Spiegel