Wenn es der britischen Regierungsberaterin für Gesundheitsfragen, Sally Davis, gelingt, die männliche Bevölkerung auf der Insel von ihren neuen Richtlinien zu überzeugen, dann hat die Frau einen Nobelpreis verdient. Denn wenn es nach ihr ginge, sollen die Briten zukünftig ein Drittel weniger Alkohol trinken. Nur die Kerle wohlgemerkt!

    
Eben jene Richtlinien wurden nämlich kürzlich zum ersten Mal seit 20 Jahren überarbeitet. Kaum zu glauben aber wahr: 1995 hieß es darin sogar noch, dass schwangere Frauen ein- bis zweimal die Woche eine oder zwei sogenannte Alkoholeinheiten zu sich nehmen dürfen. Eine solche Einheit entspricht 10 Millilitern reinen Alkohols, und damit dem Alkoholgehalt von einem halben Pint Bier oder einem kleinen Glas Wein. Die Sache ist mit der Überarbeitung natürlich vom Tisch. Männer waren damals mit 21 Einheiten pro Woche noch im grünen Bereich, Frauen mit 14.

Für nichtschwangere Frauen ändert sich mit den neuen Erhebungen interessanterweise nichts, während die Empfehlung für Männer nun wie gesagt nach unten sinkt: auf ebenfalls 14 Einheiten.

Ob sich die rund neun Millionen Briten, die laut den Zahlen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) regelmäßig mehr als die empfohlene Tagesmenge zu sich nehmen, nun an der alkoholischen Gleichberechtigung beteiligen, halten wir allerdings für äußerst fraglich.

Auch wenn es ein Segen für uns alle wäre. Aber wie heißt es doch so schön in einem anderen Buch voller Richtlinien: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein …