Ring frei heißt es zwischen den Discounter-Größen Aldi und Lidl. Grund des Anstoßes ist die Verbilligung von Frischfleisch seitens Marktführer Aldi. Viele Konkurrenten ziehen nach – auch Lidl, obwohl sie dabei das Wohl der Tiere in Gefahr sehen. Das neue Billigfleisch kostet durch die vorangegangene Preissenkung Aldis bei Rind- und Putenprodukten bis zu sieben Prozent weniger. Je nach Fleischartikel kann das bis zu 30 Cent Ersparnis bringen.

Die ersten Discounter, die Aldi folgten und mit Billigfleisch warben, waren Netto und Norma. Kurze Zeit später folgte dann auch der engste Konkurrent Lidl, der ein Kilogramm Putenfilet für 6,29 Euro anbot anstatt 6,59 Euro. Ein Pfund Rinder-Hackfleisch wurde von 2,69 Euro auf 2,59 Euro gesenkt. Doch dies wurde aus reinem Wettbewerbsdenken getan, nicht weil man gutheißen würde, was Wettbewerber Aldi getan hatte.

In einer öffentlichen Stellungnahme kritisierte Lidl den Konkurrenten, weil dieser den allgemeinen Bemühungen um bessere Haltungsbedingungen auf Bauernhöfen entgegen arbeiten würde. Bei Lidl würde man befürworten „Wenn es trotz des harten Wettbewerbs in Deutschland gelänge, ein Preisniveau im Frischfleisch-Sektor zu finden, das die richtigen und wichtigen Anstrengungen für mehr Tierwohl unterstützt“, hieß es. Hintergrund der Kritik ist der erst kürzliche Zusammenschluss von Aldi und Lidl mit der Wirtschaftsinitiative „Tierwohl“ zur artgerechten Tierhaltung.

„Die Preissenkungen sind da eine schlechte Nachricht. Sie sind ein falsches Signal an die Konsumenten, weil die Tierwohl-Initiative natürlich nur den Anfang darstellen soll in einer Offensive für mehr Nachhaltigkeit und Wertschätzung im Fleischkonsum. Dumpingpreise bei Tierprodukten sind weder aus ethischer, noch aus wirtschaftlicher Sicht vertretbar“, urteilt Michael Lohse vom Bauernverband (DBV).