Manchmal vergessen wir wertzuschätzen, in was für wunderbaren Zeiten wir leben. Versucht zum Beispiel mal euren Kindern zu erklären, dass wir früher Telefonnummern auswendig lernen mussten. Oder dass wir zum Spielen ohne Aufsicht raus gegangen sind. Oft nicht weil wir es wollten, sondern weil Mama keinen Bock mehr auf das ganze Krakeelen hatte. Die werden euch angucken, als wärt ihr rückständige Affen, die früher auf Bäume geklettert sind. Und wenn sie dann älter geworden sind, und vollkommen aufgedreht von den ersten Partys heimkommen, könnt ihr ihnen ja mal erzählen, wie es war, bevor Energy Drinks ihren Siegeszug durch die Blutbahn der feiernden Menschheit angetreten haben. Denn damals war man irgendwann einfach müde. Krasser Shit!

Aber das war einmal, und dank der Power-Plörre aus der Dose können nun auch ältere Semester all die Zeit nachholen, die sie früher mit Schlafen vergeudet haben. Genau das war offenbar auch das erklärte Ziel eines 56-jährigen Mannes aus England. Denn im Zuge eines wilden Karaoke-Abends mit seinen Kumpels trank der Knabe innerhalb von sechs Stunden satte 25 Dosen „Monster“ sowie „Red Bull“.

Wie es ihm daraufhin gelang, sich Schlafen zu legen, steht auf einem anderen Blatt, doch lange währte die Ruhephase ohnehin nicht. Mitten in der Nacht setzten so dermaßen unerträgliche Kopfschmerzen ein, dass der dreifache Vater mit Verdacht auf eine schwere Koffein-Überdosis in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste.

Die endgültige Diagnose nach dem CT-Scan dann: Gehirnblutung!

Der Mann wurde sofort operiert und konnte tatsächlich gerettet werden. Vorerst zumindest, denn erfahrungsgemäß erleiden 50 Prozent der Patienten in so einem Falle eine weitere Blutung, die mit dem Tod endet. Doch die Sache ging glimpflich aus. Verhältnismäßig. Es kam „lediglich“ zu mehreren kleinen Schlaganfällen und der Sauerstoffmangel im Hirn machte des dem Engländer unmöglich zu sprechen. Es wurde besser, doch bis heute leidet der geschiedene Vater an Aphasie, die ihm in Folge der Gehirnblutung das Reden erschwert.

„Dieses Gesöff hat mich fast umgebracht. Ich war so nah dran am Tod und dachte, ich schaffe es nicht durch die Operation“, wettert der Mann nach seiner Genesung und fordert den Verkaufstopp von Energy Drinks: „Sie sind so schlecht wie Drogen und sollten verboten werden.“ Wie so viele andere Menschen auch, habe er unterschätzt, wie gefährlich Energy Drinks sein können.

Wir sind an dieser Stelle mal etwas ketzerisch und wagen zu behaupten, dass wohl nichts, was in Dosen gefüllt wird, in dieser Menge gesund sein kann. Erst recht in dem Alter. Und als Mann mit 56 Jahren sollte man wissen, dass die Dosis das Gift macht. Nichtsdestotrotz sind die gesundheitlichen Risiken, die von Energy Drinks ausgehen, real. Es wird schon seinen Grund haben, dass die Muntermacher im Verdacht stehen, Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle, Nierenversagen und sogar Todesfälle zu verursachen. Und nun eben auch Gehirnblutungen!

Quelle: tag24.de