1000 Stellen bei Media Markt & Saturn gekürzt: 13 deutsche Filialen schließen in Bälde deutschlandweit – Die Corona-Krise hat vor allem dem Mittelstand und kleinen Filialen massiv geschadet, macht aber auch vor großen Ketten nicht halt. Media-Markt und Saturn nahmen ebenfalls Schaden – daher werden bis zum Spätsommer 13 Filialen dichtgemacht. Dies wurde durch den beiden vorstehenden Elektronikkonzern Ceconomy bestätigt.

Bis Ende September soll die Abwicklung vollzogen sein, wie Finanzvorstand Florian Wieser am Donnerstag in Düsseldorf bestätigte. Weitere 10 bis 15 Filialen im Ausland seien ebenfalls betroffen. Vor einigen Monaten hatten erste Meldungen die Runde gemacht, MediaMarktSaturn plane den Abbau von 1000 Stellen und eine Schließung von 13 Filialen. Dies hat sich nun bewahrheitet.

Mehr Standorte, nicht weniger

Wieser bemühte sich zugleich, aufkeimenden Sorgen über eine weitere Welle an Schließungen zu begegnen, ein größeres Restrukturierungsprogramm sei bei dem Konzern nicht geplant. Vielmehr werde es in Zukunft eher mehr als weniger Standorte geben. Ceconomy plant demnach, mit neuen Marktformaten auf die durch die Corona-Krise veränderten Kundenbedürfnisse einzugehen:

„Lange Zeit galt das Credo, mehr Fläche und mehr Produkte führen zu mehr Kunden und Umsatz. So einfach ist das heute nicht mehr“, so Karsten Wildberger, Chef von Ceconomy und MediaMarktSaturn. Daher könnten etwa in Innenstädten kleinere Märkte der Unternehmen entstehen, die über ein ausgewähltes Sortiment verfügen und durch digitale Anbindung auch weniger Platz benötigen würden.

Tests für neue Konzepte im Gange

Auch über sogenannte „Shop-in-Shop“-Konzepte denkt Wildberger nach. Dies bedeutet, dass man in SB-Warenhäusern auf eine kleine Saturn- oder Media-Markt-Filiale stoßen könnte. Ein solches, eher begrenztes Angebot könnten nach oben hin dann „Lighthouse-Märkte“ mit großer Fläche und entsprechend umfangreicher Warenpalette abrunden. Solche Konzepte werden im Ausland bereits Testzwecken unterzogen.

In Deutschland ist wohl frühestens im neuen Jahr mit solchen Neuerungen zu rechnen. Gegenwärtig macht die Corona-Krise mit ihren Einbußen auch dem Elektronikriesen Ceconomy zu schaffen. Im abgelaufenen Quartal konnte man die Umsätze zwar steigern, da die Geschäfte in Italien, Spanien sowie der Türkei gut liefen. Zudem boomte der Onlinehandel, sodass das Unternehmen 4,4 Milliarden Euro Umsatzsteigerung verzeichnen konnte.

Diese Filialen sind betroffen

Anders sieht es jedoch im operativen Geschäft aus – hier fiel Ceconomy in die Verlustzone, der bereinigte operative Fehlbetrag (Ebit) stieg von 45 Millionen im Vergleich zum Vorjahr auf 93 Millionen Euro: Ein Verlust von 67 Millionen Euro, so die Bilanz. Die monatelangen Ladenschließungen durch Corona-Maßnahmen machten dem Geschäft zu schaffen. Dennoch gibt sich Wildberger optimistisch – er steht erst seit 14 Tagen an der Unternehmensspitze:

„Mein erster Eindruck ist: Das Unternehmen ist grundsätzlich auf dem richtigen Weg, aber es gibt sehr viel zu tun.“ Das Portal „24rhein.de“ veröffentlichte zwischenzeitlich eine Liste von Filialen, welche entweder bereits geschlossen wurden oder bei denen dies noch der Fall sein wird. Dies sind:

Bergisch-Gladbach (Saturn), Düsseldorf-Flingern (Saturn), Essen-Steele (Saturn), Fürth (Saturn), Gelsenkirchen-Buer (Saturn), Göttingen (Saturn), Herford (Saturn), Münster (Saturn), Siegburg (Saturn, seit Mai geschlossen).

Quelle: rtl.de