Wie heißt es noch so schön: „Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen“? Michael Berndt hat das getan. Er hat ein Buch geschrieben, das von seinen besonderen Reiseerfahrungen berichtet: „100 Länder, 100 Frauen, 100 Räusche“ heißt das Werk des Sachsen, der als naiver Mann ohne Englischkenntnisse eines Tages in die Welt aufbrach, um was zu sehen und zu erleben.

Acht Jahre war Berndt dabei unterwegs und tat und sah, was der Titel des Werks nahelegt: Er erlebte heiße Liebesnächte mit einheimischen Damen, probierte Drogen aus und lernte unzählige Kulturen kennen. 23 war Michael Berndt, als er nach Australien aufbrach: „Ich konnte kein Englisch und hatte nur 700 Euro dabei. Eines Abends traf ich in einem Hostel eine Brasilianerin und plötzlich sind wir übereinander hergefallen. Ich dachte mir nur: Wow, in meinem Heimatdorf Cunnersdorf triffst du nicht eben mal eine Brasilianerin.“

Eher 300 Frauen als 100

So beschloss der gelernte Fleischer, einen verwegenen Plan in die Tat umzusetzen – 100 Länder besuchen und Sex mit 100 Frauen: „Gemeint sind dabei 100 Nationen. Ich wollte kein Land verlassen, ohne mit einer Einheimischen zu schlafen. Geschätzt waren es letztendlich etwa 300“, lässt Berndt seine Leserschaft in seinem Werk wissen. Doch wie hat er die Weltreise finanziert? Vor allem als Saisonarbeiter, etwa als Koch für die Schickeria im bekannten Hotel „Stanglwirt“ in Österreich, wo er u. a. auch für Wladimir Klitschko oder die deutsche Nationalmannschaft die Pfanne schwang. In Spanien übernahm er einen Job der etwas anderen Art:

„Bei der großen Tomatenschlacht in Spanien geriet ich zufällig in eine Porno-Produktion, später wurde ich richtiger Darsteller“, so Berndt. Zweimal habe er auch geheiratet, sagt Michael Berndt, „Einmal für das Visum in Australien, einmal völlig betrunken in Las Vegas.“ Unter anderem überlebte er auch einen Autounfall und sah einen mexikanischen Knast von innen, weil er beim Sex am Strand erwischt worden war. Beim Besuch seines 90. Landes lernte Michael Berndt dann seine jetzige Freundin Lisa kennen, mit der er zwei Kinder hat und die er 2018 heiraten möchte. Schließlich sind aller guten Dinge drei: „Sie war total verständnisvoll, meinte, ich soll die 100 erst vollmachen.“

Damit endet nicht Michael Berndts Reiselust, wohl aber seine „Mission“: „Gereist wird jetzt nur noch zusammen.“ Berndts Buch „100 Länder, 100 Frauen, 100 Räusche: Meine verrückte Reise um die Welt“ ist im Riva-Verlag erschienen und kostet 16,99 Euro.