Ziele zu setzen, an die Grenzen zu gehen und das Vorhaben durchziehen – bevor man ins Gras beißt, gibt es noch einige Dinge, die Männer durchgeführt haben sollten. Bekannt sind die To-Do-Listen durch den Begriff „Bucket-List“ aus den USA. Das Sprichwort „to kick the bucket“  bedeutet übersetzt „den Löffel abgeben“. Wir zeigen euch einige selbstverständliche und einige ausgefallene Ziele, die auf eurer Bucket-List stehen könnten.

1. Tradition: Hausbau und Baum pflanzen  – überholte Werte?

Laut Statistiken bauen immer noch sehr viele Paare Ein- oder Mehrfamilienhäuser in Eigenregie und rund 28 Prozent der Privathaushalte in Deutschland lebt im eigenen Einfamilienhaus.

Der Beschützerinstinkt ist wohl in jedem Menschen vorhanden, ob Mann oder Frau und wer zum Schutz der eigenen Familie ein Haus nach eigenen Vorstellungen bauen möchte, sollte das zu Lebzeiten noch tun. Warum zum Beispiel nicht einfach ein Hausboot bauen? Damit lassen sich Freiheitsliebe, Abenteuerlust und Heimat miteinander verbinden. Andere plädieren auf Naturhäuser – der Trend geht zum Cob House – Häuser mit natürlichen Materialien, beispielsweise aus Lehm, wie in diesem Video zu sehen ist:

Es muss nicht mehr das Reihenhaus direkt neben den Schwiegereltern sein, die eigenen vier Wände können ebenso kreativ wie ihre Besitzer selbst sein.

2. Entlegene Orte besuchen

Mallorca, die türkische Riviera oder Fuerteventura gehören zwar zu den beliebtesten Urlaubszielen der Deutschen, doch es gibt noch viel mehr sagenhafte und aufregende Orte zu besichtigen. Viele Männer bereuen es später, nicht mehr gereist zu haben. Warum nicht einfach mal nach Nepal fahren, Katmandu besuchen und bei guter Gesundheit die zahlreichen Weltkulturerbestätten und den Mount Everest besichtigen? Wer nicht ganz so hoch hinaus will, sollte es in Vietnam versuchen, denn die Halong Bucht, das Mekong-Delta und die Hochebenen gehören zu einigen der beeindruckenden Landschaften weltweit. Tipps gibt es unter Geo.de.
Unter die beliebtesten Geheimtipps fallen übrigens auch Kambodscha, mit tollen Traumständen und einer faszinierenden Kultur sowie Mikronesien oder die Kokos-Insel auf Costa Rica.

3. Altersvorsorge betreiben und Familie absichern

Es klingt langweilig und bieder, aber tatsächlich machen sich die meisten Männer Gedanken über ihre Zukunft und wie sie sich und ihre Familie langfristig absichern können. Das hat wirklich nichts mehr mit Genen, Instinkten oder der Urzeit zu tun, sondern mit realistischen und pragmatischen Gründen, die eigene Familie langfristig finanziell zu sichern. Über 2,5 Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig und der größte Teil von ihnen ist über 60 Jahre alt. Dieser Link erläutert beispielsweise die unterschiedlichen Pflegestufen, die von der Grundpflege bis zur Rundumbetreuung reichen und viele Kosten verursachen. Da Gesundheit und ein langes Leben von vielen Menschen angestrebt werden, ist es nicht verwunderlich, dass eine Vorsorge und eine nachhaltige Absicherung notwendig sind. Über 20 Millionen der knapp 40 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland haben sich laut dem Institut für Wirtschaft in Köln bereits betrieblich abgesichert.
Was heißt das für den Mann von heute? Da das Geld bekanntlich nicht auf den Bäumen wächst, gibt es einige Möglichkeiten, für sich und andere vorzusorgen. Brad Pitt und Angelina Jolie haben sich beispielsweise ein Weingut zugelegt, Reinhold Messner betreibt drei Bauernhöfe und Felix Magath setzt auf Aktien und Geldanleihen. Ideen gibt es also genügend.

4. Einen Weltrekord aufstellen

So schwer kann das doch eigentlich gar nicht sein?

  • Weltrekord im Bienen am eigenen Körper tragen: 331.000 Stück
  • Größten Riesenchopper der Welt bauen: 5,1 Meter
  • 300.000 Star Wars Fanobjekte sammeln
  • 20 T-Shirts in einer Minute falten
  • 15 Stunden Sex haben

Es gibt bestimmt viele schlummernde oder offene Talente, die an die Oberfläche wollen. Bernd Schmidt steht zum Beispiel seit 2015 mit seiner 8,8 Zentimeter großen Mundöffnung im Buch der Rekorde.

Quelle: guinnessworldrecords.de

Anmelden kann sich jeder, ohne Kosten, allerdings dauert das Bearbeiten der Anträge bis zu zwölf Wochen. Es muss auch kein offizieller Rekordrichter anwesend sein, es genügen neutrale Zeugenbestätigungen und Videobeweise, die jedoch gründlich geprüft werden. Ob kleinstes Spinnrad der Welt, 16 Tage lang stehen oder die meisten Rauchringe blasen – Ideen und Rekorde gibt es viele, umsetzen kann sie jeder, der sich traut.

5. Einen Extremsport ausprobieren

Wem Joggen, Fahrradfahren oder Squash zu langweilig geworden ist, sollte, bevor er zu alt und gebrechlich wird, einen extremen Sport ausprobieren und das Erlebte festhalten. Paragliding, Parcour oder Freestyle-Biking sind fast schon alte Hüte - wie wäre es für Skateboard-Fans beispielsweise mit Volcano Boarding? Dabei rauschen die Sport-Junkies auf speziellen Boards die Vulkanasche herunter, mit bis zu 80 Kilometern pro Stunde.
Slacklining, also das Laufen auf dem Seil, kann im Park als Trainingsstunde ja ganz unterhaltsam sein, doch richtig extrem wird es, wenn die Sportler zwischen Klippen oder Häusern wandeln. Allerdings sollten sich auch die Wagemutigen absichern, denn die Bucket-Liste soll schließlich nicht zur Todesfalle werden. Tipps gibt es in diesem Video:

6. Neue Freunde finden und alte Freundschaften pflegen

Die meisten Sterbenden bereuen es, den Kontakt zu Freunden nicht gehalten  oder nicht noch mehr Freunde gefunden zu haben. Eine Option neue Freunde zu finden, ist das beliebte Couchsurfen, indem ihr jemandem eure Couch oder euer Gästebett für einige Nächte kostenlos anbietet und ihnen dabei eure Stadt oder die Gegend ein wenig zeigt. Umgekehrt könnt ihr so euren nächsten Urlaub kostengünstig planen und euch bei anderen Menschen einquartieren, die euch so mehr über sich, ihre Kultur und ihr Leben erzählen.
Neue Freunde zu finden, gelingt auch über neue Hobbys oder Sportkurse ob Grillkurse, Bierbrauen, oder Salsa-Tanzen.

Tipps die Freundschaft halten zu können:

  • Regelmäßige Telefonate, Chats oder Videochats festlegen
  • Einmal im Jahr ein Treffen arrangieren
  • Kleine Aufmerksamkeiten (Postkarte aus dem Urlaub, Überraschungsgeschenk zum Geburtstag...)
  • Über wichtige Ereignisse im Leben informieren


7. Ängste überwinden

Auch wenn es kaum jemand zugeben will, wir alle haben Ängste, die mal rational, mal irrational daherkommen. Ob die Angst vor Höhen, Clowns, Flugangst, Zahnärzten oder spezielle Phobien vor Spinnen oder Fahrstühlen – der Anteil der Menschen mit Ängsten ist relativ hoch.  Es gibt sogar die Angst vor Wasser, Farben, Knoblauch oder vor Haaren.

Weitere Phobien: phobien.ndesign.de

Handelt es sich noch nicht um eine extrem ausgeprägte Phobie, die ein Arzt behandeln sollte, empfiehlt sich eine Konfrontation in leichten Dosen, die immer wieder gesteigert wird. Bei der Höhenangst kann zunächst der Stuhl eine erste Hürde darstellen, später eine Leiter. Wer seine Ängste überwindet, fühlt sich befreiter, kann vielleicht weitere Ziele in Angriff nehmen, wie im Fall der Höhenangst das Besteigen eines Berges. Bereuen werden es wohl die wenigsten, dass sie diese Angst nicht mehr besitzen.

8. Eine gute Tat tun

Viele Menschen sind ehrenamtlich engagiert, helfen im Verein aus oder kümmern sich um Familienmitglieder und Freunde. Wer wenig Zeit besitzt, setzt sich mit einer Miniliste erreichbare Ziele:

  • Für einen Verein oder ein Projekt spenden
  • Ehrenamtlich arbeiten (beispielsweise am Wochenende)
  • Kleidung und Spielzeug aussortieren und spenden
  • Kollegen Kuchen, Kekse oder etwas zu essen mitbringen
  • Anstelle von Geschenken eine Spende schenken

Sich selbst nicht mehr so wichtig zu nehmen, entspricht oft nicht dem Grundgedanken der Bucket-Liste, in der es schließlich um die Erfüllung der eigenen Wünsche geht. Aber etwas vom Glück abzugeben, hat noch niemandem geschadet. In den USA hilft die Make a Wish Foundation Kindern dabei, ihren letzten Wunsch erfüllt zu bekommen, wie die Geschichte des Batkids Miles Scott, der in San Francisco mit Tausenden Kalifornier gegen das Böse kämpfen durfte, was dieser Artikel erläutert.

9.    Eine Auszeit nehmen

Auf dem Sterbebett bereuen viele Menschen, dass sie zu viel gearbeitet und zu wenig gelebt haben. Arbeit gehört für die meisten wohl zum Leben mit dazu, doch wer ab und zu ausbricht, der erweitert den eigenen Horizont. Eine Option ist das Sabbatjahr, in dem für eine bestimmte Zeit in Vollzeit gearbeitet, aber nur in Teilzeit bezahlt wird, um anschließend eine drei bis 12-monatige bezahlte Auszeit nehmen zu können. Diese Option steht im Prinzip jedem Arbeitgeber offen, der sich mit seinem Chef ausspricht und die Bedingungen und Konditionen festlegt. Im Beamtenwesen in Deutschland gibt es klare Regelungen dafür, in der freien Wirtschaft ist das Sabbatjahr Verhandlungssache. In Nordrhein-Westfalen können Beamte beispielsweise drei Jahre mit zwei Drittel der Arbeitszeit (zwei Jahre Vollbeschäftigung, ein Jahr Freistellung) ins Sabbatjahr gehen. Weitere Informationen dazu unter: sabbatjahr.org.

10. Mutiger sein

Das, was die meisten Lebenscoaches und Personal Trainer sinngemäß von ihren Schützlingen verlangen ist: mehr Mut zu haben. Mut dazu, die Bucket-Liste umzusetzen, Mut zu haben, endlich das langersehnte Hobby anzutreten, Mut zu haben, den Chef nach der Gehaltserhöhung zu fragen und so weiter.
Mut ist nicht angeboren, denn es kostet wohl jeden Mann Überwindung, über seinen eigenen Schatten zu springen und Dinge zu tun, die erst einmal unerreichbar erscheinen. Mut lässt sich hingegen trainieren und wer sich motivieren lässt, überwindet Grenzen, die er sich selbst gesetzt hat. Oder um es mit den Worten des Motivationsmeisters Shia LaBoeuf zu sagen: „Just do it! Nothing is impossible!“

Quelle: Statistisches Bundesamt