Regisseur Bryan Singer ist nach den ersten beiden „X-Men“-Teilen wieder im Superhelden-Universum eingestiegen und zeigt auch gleich mit „Zukunft ist Vergangenheit“, wo der mutierte Frosch die Locken hat. Denn er schließt die ultimative „X-Men“-Truppe zusammen, indem er die Charaktere der ursprünglichen „X-Men”-Filmtrilogie mit den jüngeren Ausgaben aus „X-Men: Erste Entscheidung“ zusammenbringt, um in zwei Zeitperioden das Überleben aller Spezies zu sichern. Das liest sich nicht nur freaky, sondern ist es auch. Bryan Singer hat jedoch den Drahtseilakt, trotz der Zeitwechsel, erfolgreich gemeistert und einen beeindruckenden X-Men-Blockbuster auf die Leinwand gebracht.

Darum geht’s:
Wenn Mutanten-Rivalen wie Charles Xavier (Patrick Stewart) und Magneto (Ian McKellen) zusammenzuarbeiten beginnen, dann weiß ein jeder X-Men-Kenner, dass etwas Schlimmes passiert sein muss. Mit gebündelten Superkräften versuchen alle Mutanten, gegen einen gemeinsamen Feind auf das Schlachtfeld zu ziehen. Und die Erde ist mittlerweile ein Kriegsgebiet, in dem Menschen wie Mutanten gleichermaßen um ihre Existenz fürchten müssen. Denn gefährliche, von Menschenhand erbaute Roboter-Giganten, „Sentinels“ genannt, sind außer Kontrolle geraten. Der Einzige, der nun noch helfen kann, ist Wolverine (Hugh Jackman), der in die Vergangenheit reisen soll, um die jungen Versionen ihrer selbst zu überzeugen, schwerwiegende Fehler erst gar nicht zu begehen. Außerdem muss Mystique (Jennifer Lawrence) aufgehalten werden. Denn ihr Attentat ist mit dafür verantwortlich, dass es zum Bau der Sentinels kommen konnte.

Das ist gut:
Crash, Boom, Bang! Diese Blasen knallen einem comicmäßig um die Ohren, wenn Bryan Singer mit dieser Supermutanten-Zeitreise satte 130 Minuten die Sinne torpediert. Der Plot scheint dabei aufgrund der Zeitwechsel im ersten Augenblick etwas sehr verwirrend zu sein. Hat man aber einmal im Kinosessel Platz genommen, zeigt Singer eindrucksvoll, wie man die Figuren aus „X-Men: Erste Entscheidung“ mit der „X-Men“-Urbesetzung vereinen kann. Dabei findet er eine prächtige Balance zwischen Comicaction und Superheldendrama – inklusive einem Handlungsrhythmus, der den Zuschauer nicht verwirrt. Wobei es sicher von Vorteil ist, die vorangegangenen Teile gesehen zu haben. Zudem gefällt das Zusammenspiel der Hollywood-Zusammenkunft mit den X-Men-Stars Hugh Jackman, Patrick Stewart, Ian McKellen, Halle Berry, Jennifer Lawrence, James McAvoy, Michael Fassbender und Nicholas Hoult. Neu dabei ist übrigens Peter Dinklage, aktuell wohl besser bekannt als Tyrion Lennister aus „Game of Thrones“. Singer zündet hier ein episches Effektfeuerwerk ab, setzt auf intelligenten Humor und verbindet alles mit einem durchdachten Plot mit vielschichtigen Charakterbildern. Apropos Effekte: Macht euch auf einen blendenden Auftritt von Quicksilver (Evan Peters) gefasst!

Das ist schlecht:
Wie bitte? Also ohne zu flunkern, diesem Streifen kann man nur vorwerfen, dass er nach 130 Minuten endet!



Fazit: Die X-Men-Reihe gehörte schon immer zu den intelligenteren Comicverfilmungen, gerade in Bezug auf die nicht stereotypen Charaktere. Was Bryan Singer mit dieser gewaltigen Zeitreisegeschichte voller cooler Mutanten aufgebaut hat, schlägt ohne Zweifel alle zuvor gesehenen Teile der „X-Men“-Reihe. Die komplette Besetzung rockt den Film, die Effekte sitzen und der Twist zwischen Drama und Action lässt keine Spannungseinbrüche zu. Ein Superhelden-Blockbuster mit Hirn, der überraschend seinen dicken Mutantenhintern auf den Genrethron platziert!