Willkommen zurück, Brad Pitt! Nach langer Abwesenheit von der Leinwand tritt er wieder als Hollywood-Star auf, nachdem er ansonsten eher als Familienmensch öffentlich in Erscheinung trat. Im Gepäck hat er ein 400-Millionen-Dollar-Baby, das sich als teuerster Zombiestreifen aller Zeiten outet. Stellt sich nun die Frage, ob der Film auch das Potenzial hat, mit dieser Monster-Budget-Bürde auch zum besten Zombiefilm aufzusteigen. Brad Pitt muss definitiv Eier zeigen, und als Produzent sowie Schauspieler seinen Mann stehen, denn die Massen wankender Untoter sind nicht zum Tee geladen. Wenn es in die Hose geht, bleibt nur ein Zombie-Pitt übrig.

Darum geht’s:

Zombies, wohin das Auge blickt. Quasi von jetzt auf gleich überrennen Horden der äußerst agilen Untoten die Straßen der Stadt Philadelphia. Die Zahl der Infizierten steigt sekündlich und schwups, ist die Zombie-Apokalypse ausgebrochen. Mittendrin stehen die Eheleute Lane, die eigentlich nur ihre Kinder zur Schule bringen wollten. Das hat sich mit der Invasion natürlich erledigt, woraufhin nur die Flucht bleibt. Währenddessen wird bekannt, dass alle großen Städte dasselbe Zombie-Problem besitzen, das sich mit zunehmender Spielzeit auf die ganze Welt ausweitet. Mit rapide sinkender Rate der Erdbevölkerung machen sich auf einem Flugzeugträger die Reste der ausführenden Staatsgewalt Gedanken, wie man die drohende Endzeit abwenden kann. Mitten unter ihnen: Gary Lane (Brad Pitt), der als Ex-UNO-Mitarbeiter ein Spezialist für Krisensituationen ist. Vom Familienvater zum potenziellen Retter der Menschheit also. Keine schlechte Wandlung, wenn sie denn auch zum Erfolg führt.

Das ist gut:

Man muss Regisseur Marc Forster wirklich für einen sehr extravaganten Blockbuster loben. „World War Z“ hat Charme, Stil und auch das gewisse Etwas – zumindest, wenn es um die pompöse Präsentation geht. Alles entspringt und mündet in einem 3D-Action-Gewitter, das phasenweise packend und intensiv menschliche Tragödien mit endzeitlicher Zombie-Überflutung kombiniert. Apropos Untote, diese sind in diesem Streifen echte Dauerläufer, die flink wie Wiesel durch die Häuserschluchten einfallen. Besonders diese Zombie-Massenaufläufe sind überaus beeindruckend dargestellt. Was zudem gefällt, ist der klare rote Faden im Film.

Das ist schlecht:

Leider sind von der eigentlichen Buchvorlage, dem Bestseller „World War Z: An Oral History Of The Zombie“ von Max Brooks, nur noch Versatzstücke übrig geblieben. So sehr wurde der Film auf eine einzige Heldenfigur getrimmt. Hinzu kommt, dass der Endzeit-Thriller fast nur ‚freundliche’ Zombies präsentiert. Sie erschrecken eher wie in einer Geisterbahn, anstatt ans Eingemachte zu gehen. An Knochen nagende Gestalten, die sich einen Wettbewerb im Gedärme ausreißen liefern, sucht man hier so vergebens wie anderswo Zombies mit Hirn. Aber irgendwo muss man ja den Schnitt ansetzen, wenn man einen Familien-Zombiestreifen vermarken will.

Ganz schwierige Kiste – „World War Z“ spaltet. Und das extrem. Auf der einen Seite ist es ein sehr interessanter Endzeitstreifen, der trotz familienfreundlicher Bilder bei der Stange hält. Auf der anderen Seite vermisst man doch arg die Blutrünstigkeit dieser finsteren Untoten und somit fehlt der letzte Funken. Zombie-Light schmeckt eben nicht so gut wie ein blutgetränktes Zombie-Massaker. Daher rangiert Marc Forsters Streifen weit hinter den üblichen Verdächtigen des Genres. Aber als Actionfilm mit Endzeitthematik bietet „World War Z“ einen guten Hollywood-Blockbuster für die Sommerzeit.

Fotos: Paramount Pictures