Marvels mutierte Version eines Werwolfs, Comic-Superheld und Mitglied der X-Men, steht mit seinen scharfen Klingen zum zweiten Mal alleine auf der Leinwand. Somit kann sich Hugh Jackman einmal mehr ohne seine X-Men-Schauspielkollegen im Glanze der Blitzlichter baden. Wobei Wolverine genau genommen schon immer der heimliche Star der Mutantenfamilie war. Regisseur James Mangold („Walk the Line“) schickt den behaarten Klingenmann dieses Mal in ein düsteres, kühler bebildertes Abenteuer. Ob die Reise in die Vergangenheit Wolverines allerdings besser geglückt ist als das stupide Actionspektakel „X-Men Origins: Wolverine“?

Darum geht’s:

Es wird tiefgründig und emotional für den Superhelden Logan (Hugh Jackman). Die Zeit wird zurückgedreht, denn er will seine Vergangenheit durchleuchten. Auf der Suche nach seiner Sterblichkeit erinnert er sich an jene Tage, die für ihn so prägend waren. Alles beginnt gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, als Wolverine dem japanischen Soldaten Yashida das Leben rettet. Jahre später, am Sterbebett Yashidas, bietet er Logan zum Dank die Sterblichkeit an, denn der Fluch des Nichtalterns ist für den Mutanten ein einschneidendes Thema. Im weiteren Verlauf des Films trifft er dann auf seinen größten Erzfeind und eine Horde übernatürlich starker Samurai. Alles mündet in einem epischen Kampf, der Logan letzten Endes prägen wird.

Das ist gut:

Zum ersten Mal wird Wolverine nicht als der typische Superheld gezeigt, der sich mit seinen Admantium-Klauen durch eine Armada von Gegnern häckselt. Der Plot und dessen Inszenierung sind einfach herrlich. Vor allem der Themenkomplex von Leben, Sterben und Tod ist omnipräsent, was dem Ganzen eine gewisse Tiefe verleiht. Wolverine wird zur freudlosen Heldenfigur, innerlich schwer getroffen und zappenduster verfilmt. Trotz dieser anderen Herangehensweise, gerade im Vergleich zu den vorangegangenen „X-Men“-Filmen, bleibt der Streifen ansprechend, packend und auf eine wohldosierte Portion Action muss man auch nicht verzichten.

Das ist schlecht:

Trotz all des Lobes: Man hätte sowohl noch detaillierter zu Werke gehen, als auch diverse Szenen mehr ausarbeiten können. Zudem gibt es einige weitschweifige Phasen, die bei dem einen oder anderen Zuschauer sicher die Augenlieder schwer wie Granit werden lassen. Wer vom Film generell ein Action-Schlachtross erwartet, der sollte gar nicht erst aufsteigen.

Natürlich muss man sich immer wieder fragen, ob die Ausschlachtung einer Serie bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag vonnöten ist. In diesem Fall fällt die Antwort recht eindeutig aus – ja, ist sie. Vor allem deswegen, weil der Charakter Logan von einer anderen Seite beleuchtet wird. Wolverine wird zudem wieder grandios von Hugh Jackman gespielt, der einmal mehr beweist, dass er auch Charakterdarstellungen aus dem FF beherrscht. Das zweite Soloabenteuer von Marvels-Krallenhelden ist insgesamt ein kurzweiliges Schauspiel  – trotz der heruntergefahrenen Action. „Wolverine: Weg des Kriegers“ ist vor allem eines: besser als der Vorgänger „X-Men Origins: Wolverine“. Fans wird es schlussendlich freuen, ihren Logan einmal unter einem anderen Licht zu sehen, in einem guten Marvel-Action-Drama.