Es ist mal wieder an der Zeit für eine gepflegte Lage Haue. Dieses Mal gibt es jede Menge Pencak Silat in Formvollendung zu sehen. Pencak Silat? Eine indonesische Kampfkunst, die mehrere hundert Stile in sich vereint. Diese Art zu kämpfen spielt – neben einer Handlung, die so brachial einfach ist wie ein satter Uppdercut – die Hauptrolle im ebenfalls indonesischen Actionkracher ‘The Raid’ des britischen Regisseurs Gareth Evans. Einer der kompromisslos härtesten Martial-Arts-Streifen aller Zeiten.

Es ist die Story eines Polizei-Teams von 20 Mann, teils noch sehr unerfahren, die den Wolkenkratzer eines Unterweltbosses in Jakarta stürmen sollen. Sie finden sich in einem Hexenkessel der Gewalt wieder, als sich die gesamte Bevölkerung der Anlage auf Befehl besagten Bosses auf sie stürzt. Der Film ist schnörkellos, geht mitten ins Gesicht und liefert einen atemberaubenden Kontrast aus einer kunstvollen Bildsprache, perfekten Schnitten und Action, die absolut bretthart inszeniert wurde.

Man könnte beinahe von Gewaltverherrlichung sprechen, wäre diese Brutalität nicht zugleich so kompromisslos. Sie verzichtet zudem komplett auf Explosionen oder andere Schauwerte – hier kämpfen Menschen in ultraharten Fights, denen man das „auf Leben und Tod“ wirklich anmerkt, wo es nicht PR-Blabla ist. Eine der prägnantesten Szenen dieses Geheimtipps ist die Szene, in der der Rama, einer der Hauptcharaktere, sich auf einem Flur mit knapp anderthalb Dutzend Killern wiederfindet, die ihm ans Leder wollen. Mit Schlagstock und Messer setzt er sich zu Wehr … Eine meisterlich gefilmte Actionszene, die ihresgleichen sucht.