They Shall Not Grow Old – Film-Kritik – Es ist kein Geheimnis, dass Peter Jackson zu den lebenden Legenden im Film-Business zählt. Alleine wenn man an seine epischen Inszenierungen der ausgezeichneten „Herr der Ringe“-Reihe denkt. Im Kino überraschte er in diesem Jahr die Zuschauer mit einer ganz besonderen Arbeit, als er mit „They Shall Not Grow Old“ das Grauen des Ersten Weltkriegs auf die große Leinwand bannte. Diesen beeindruckenden Dokumentarfilm gibt es ab dem 07. November 2019 digital auch für das Heimkino.

In diesem Mammut-Projekt erwarten euch eindringliche und emotionale Bilder. Im Detail reden wir hier von einem der schlimmsten Kriege der Geschichte, in dem über 17 Millionen Menschen ums Leben kamen. Zwischen 1914 und 1918 änderte dieser blutige Vernichtungskrieg den Lauf der Geschichte. Peter Jackson griff für seine Dokumentation auf über 2.200 Stunden Filmmaterial zurück, das er vom britischen Imperial War Museum zur Verfügung gestellt bekam.

Der Star-Regisseur überarbeitete das über 100 Jahre alte Material technisch brillant – mit Full-HD-Bildern, mit moderner Technik koloriert, sodass es ausschaut, als wäre dieser Krieg erst gestern gewesen. Vor allem in 3D wird man mitten hinein in die Schrecken des Krieges gezogen, wie man es in dieser Form noch nicht erlebt hat. Mit „They Shall Not Grow Old“ hat es Jackson beeindruckend geschafft, die Soldaten des Ersten Weltkriegs so authentisch wieder auferstehen zu lassen, dass man gebannt das Geschehen verfolgt.

Peter Jackson macht auf diese Weise aus den ebenso tapferen wie bemitleidenswerten Soldaten und Menschen des Ersten Weltkriegs lebendige Porträts. Wobei er in erster Linie auf die Emotionalisierung achtet, aber viele Details, Daten und Ortsbezeichnungen nicht oder nur am Rande erwähnt werden. Das ist zu verschmerzen, denn ihm gelingt es, ähnlich wie damals Erich Maria Remarque mit „Im Westen nichts Neues“, die Emotionen der Soldaten zu transportieren – was es für sie bedeutet, diesen Krieg zu erfahren und das von jeder Warte aus. Und wenn es so scheint, dass ein geschundener Soldat den Zuschauer direkt anschaut, treibt es einem kalte Schauer über den Rücken.

Der Film zeigt nicht nur die Wirren und Gräuel auf den Schlachtfeldern, sondern auch, was sich zwischen den Kämpfen bei den Soldaten abspielte. Jackson verwendet übrigens originales Tonmaterial aus den Archiven des IWM und der BBC, in dem auch viele Überlebende von ihren Fronterfahrungen berichten. Das macht das Ganze nur noch authentischer. Alles in allem ist dieser Dokumentarfilm ein Must-see für alle Geschichts- und Kriegswissbegierigen. Denn „They Shall Not Grow Old“ ist mit Abstand die optisch beeindruckendste Kriegsdokumentation, die es bis dato zu sehen gab! (Warner Home Video)