Bergeweise Dollarnoten, Aktienhandel und jede Menge Drogen, Sex und noch mehr nacktes Fleisch – willkommen in der glitschigsten Finanzsatire aller Zeiten! Und mittendrin: der frischgebackene Golden-Globe-Gewinner Leonardo DiCaprio, der den Preis für seine Rolle in „The Wolf of Wall Street“ zu Recht erhalten hat. Denn die Verkörperung des vulgären Brokers Jordan Belfort ist nicht nur herrlich schmierig, sondern auch ein Triumph der Schauspielkunst.

Im Film analysiert Scorsese die Geschichte des jungen, unerfahrenen New Yorker Börsenmaklers Jordan Belfort. Dieser träumt den amerikanischen Traum – und wacht auf in der korrupten Realität des Kapitals, das nur eine Maxime kennt: hemmungslose Habgier. Als Broker jongliert Belfort bald mit Millionen, feiert Ende der 80er Jahre exzessive Erfolge mit seiner Maklerfirma „Stratton Oakmont“ und entwickelt schon mit Anfang 20 seinen radikal luxuriösen Überflieger-Stil – was ihm den Titel „Der Wolf von der Wall Street“ einbringt.

„The Wolf of Wall Street“ ist ein wilder, dreistündiger Höllenritt maßlos überzogener Satire voll finsterem Slapstick und männlichen Antihelden im Becken des Raubtierkapitalismus. Leider geht der Film nur marginal auf die widerlichen Mechanismen ein, die es überhaupt ermöglicht haben, dass ein Belfort zu diesem zwielichtigen Ruf erlangen konnte. Aber darum ging es Scorsese augenscheinlich nicht, weshalb ein überaus unterhaltsamer, rüder und rutschiger Hybrid aus Drama, Komödie und Satire entstanden ist, der wirklich unterhält und auch für einige Lacher sorgt.

Insbesondere das Duo Jordan Belfort (Leonardo DiCaprio) und Geschäftspartner Donnie Azoff (Jonah Hill) zeichnet ein unglaublich verrücktes Partyfeuerwerk auf die Leinwand – inklusive einer kultverdächtigen „Pulp Fiction“-Adrenalinspitze-Gedächtnisszene. Vorhang auf für eine fetzige, überaus abgedrehte und schlüpfrige Finanzsatire, die man gesehen haben muss!