Wer erinnert sich nicht an den fleischgewordenen Männertraum Megan Fox, wie sie sich im „Transformers“-Erstling in sexy Pose auf der Motorhaube räkelt? Doch das war ein anderer Streifen – nun ist sie mit anderen Helden als den bekannten Riesenrobotern unterwegs, und zwar mit Leonardo, Donatello, Raphael und Michelangelo. Die coolen Ninjas sind durch die gleichnamige US-Zeichentrickserie sowie die Verfilmungen der 90er bekanntgeworden. 2007 gab es einen weiteren filmischen Versuch (diesmal als Animationsstreifen) mit den sympathischen Kämpfern aus der Kanalisation New Yorks. In der nunmehr fünften Kinoverfilmung übernahm Jonathan Liebesman ('Zorn der Titanen') den Regiestuhl und hat den vier Kampfschildkröten neben einer Tonne Pizza eben auch ein heißes weibliches Eisen zur Seite gestellt. Ob diese Kombi im Kino funktioniert und wir einen amüsanten Action-Blockbuster präsentiert bekommen, verraten wir euch in unserer Kinokritik!

Darum geht’s:

Die kultigen Schildkröten Donatello, Leonardo, Raphael und Michelangelo sind ein eingeschworenes Team, das ihre speziellen Talente zu einer mächtigen Waffe gegen das Böse vereint. Hinter ihnen steht stets ihr Mentor, Meister Splinter (Danny Woodburn), der sie nicht nur ausgebildet hat, sondern ihre Energie zu bändigen weiß. Unterstützt werden sie zudem von der zum Vernaschen heißen Megan Fox. Nein, entschuldigt, von der mutigen Journalistin April O’Neil, gespielt von Megan Fox – in dieser Reihenfolge. Außerdem wissen sie mit Kameramann Vern Fenwick (Will Arnett) einen weiteren Unterstützer auf ihrer Seite. Das Quartett braucht in New York eh jeglichen Support, denn ihr größter Gegner ist kein Geringerer als Ninja-Meister Shredder (William Fichtner), der mit seinen Fußsoldaten für Chaos in der Metropole sorgt. Es wird Zeit, ihm und seiner Brut das Handwerk zu legen. Und wer könnte dies besser als die vier pizzasüchtigen Schildkröten …

Das ist gut:

Regisseur Jonathan Liebesman sowie Produzent Michael Bay stellen hier eindeutig das 3D-Spektakel vor den Inhalt. Allen voran erweckt die neueste Performance-Capture-Technologie die mutierten Turtles zum Leben. Das schaut ebenso genial aus wie sämtliche Actionsequenzen, von denen man in diesem Film förmlich erschlagen wird. Das macht Laune, wobei der eine oder andere Schnitt etwas zu wild daherkommt. Aber sei es drum, das alles ist eines Blockbusters würdig. Der gute Cast steht dem Ganzen in nichts nach, allen voran Megan ‚Sexy’ Fox. Denn sie kann nicht nur gut aussehen und ihren Fans feuchte Träume bescheren, sondern auch schauspielern. Was die angesprochenen Highlights betrifft, wartet hier ein echtes 3D-Popcorn-Spektakel. Wären da nicht diese Schlampereien und vernachlässigten Grundelemente …

Das ist schlecht:

Beginnen wir mit der Handlung, die vom Kern her natürlich nur sehr seichte Kost bietet. Das wiederum wäre für diese Art von Film noch total in Ordnung. Allerdings wird man in etwa so oft von den unzähligen Logiklücken des Films angesprungen wie die Turtles von Shredders Fußsoldaten. Viel ärgerlicher jedoch: der nur minimal vorhandene Humor, der bei seinen sporadischen Einsätzen auch noch in etwa so flach ausfällt wie eine Mafiatorte. Der Streifen ist einfach zu düster und ernst. Das ist total ärgerlich, denn so hat man die mutierten Pizzafreunde ihrer prägnanten Stärke beraubt. Klar gibt es den einen oder anderen Spruch – die zünden allerdings nicht wirklich. Zudem fehlt es dem Quartett sowohl am jugendlichen Leichtsinn als auch am unvergleichlichen Charisma der Zeichentrick-Reptilien. Kurz, hier fehlt es an Turtle-Aura und fetzigem Humor.

Ohne Frage ist die damalige Zeichentrickserie mit den grünen Helden nicht zu schlagen, prägte sie doch eine ganze Generation. Mit Ausnahme des ersten Turtles-Trash-Spielfilms aus dem Jahre 1990 waren die Nachfolger echte Reinfälle. Daher freuen sich Fans diebisch auf Megan Fox, verzeiht, die Turtles und dass man sie mit neuester Technik ins Jahr 2014 geholt hat. Optisch sowie vom Actionanteil bekommt man einen sehr guten Blockbuster geboten. Doch dieser hat leider einige inhaltliche Schwächen unter dem Panzer, darunter sein Mangel an Humor. Wir sind voller Vorfreude ins Kino gegangen und fühlten uns nach den 102 Minuten zwar gut unterhalten, doch die genannten Mängel versetzten uns einen ziemlichen Dämpfer. Wer also auf der Suche nach einem Action-Spektakel in 3D ist, kann sich mit einer guten Käsepizza einen netten Abend im Kino machen. Jedoch muss man akzeptieren, dass die Turtles wohl nicht mehr die saucoolen und witzigen Ninjas von früher sind. Wobei, wenn am Ende gar nichts mehr hilft, kann man sich immer noch mit Megan Fox trösten.