Ihr habt bestimmt auch Menschen in eurem Bekanntenkreis, die immer wieder betonen, wie viel besser diese oder jene Serie doch sei, wenn man sie sich im Originalton reinzieht. Nun ist aber nicht jeder von uns anderer Sprachen derart mächtig, dass ein uneingeschränkter Filmgenuss möglich ist, weshalb wir persönlich, allen Unkenrufen zum Trotz, die Kunst der Synchronisation für einen wahren Segen halten. Kunst deshalb, da es sich bei den Sprechern meist selber um Schauspieler handelt, die mit ihrer einen Stimme in der Lage sind, zig verschiedene Figuren zum Leben zu erwecken.

Ist euch zum Beispiel einmal aufgefallen, dass Rick Grimes aus „The Walking Dead“ und Alan Harper aus „Two and a Half Men“ den gleichen Sprecher haben? Zwei Figuren, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und doch die gleiche Stimme. Kein Wunder also, dass Arnold Marquis, der Größen wie John Wayne und Kirk Douglas seine Stimme lieh, im Zuge eines Interviews einmal äußerte, dass es seiner Meinung nach den „reinen Synchronsprecher“ nicht gebe. Dabei handle es sich um eine eigentlich irreführende Berufsbezeichnung, die ihm vom Finanzamt verpasst worden sei. Korrekt sei „Synchronschauspieler“.

Wie gut die Profis ihren Job machen, merkt man oft erst, wenn plötzlich jemand anders ran muss. Man denke nur mal an „Creed II“, der erste Film seit Jahrzehnten, in dem Sylvester Stallone aus gesundheitlichen Gründen nicht von Thomas Dannenberg gesprochen werden konnte. Oder, um bei Thomas zu bleiben, an „Escape Plan“, in dem Schwarzenegger eine neue Stimme erhielt. Dieser wird normalerweise nämlich ebenfalls von Danneberg gesprochen. Da beide Schauspieler im Film jedoch aufeinandertrafen, entschied man sich, Arnie im Deutschen mit Ralph Schicha zu besetzten.

Im folgenden Video lernt ihr ein paar Gesichter zu den Stimmen kennen, die uns in Film und Fernsehen schon so lange begleiten. Freut euch zum Beispiel auf ein Wiederhören mit Steve Urkel, dessen ikonische deutsche Stimme später auf Spongebob Schwammkopf übergehen sollte.