Acht Jahre Stromberg, fünf Staffeln im TV und nun läutet der Bürohengst das Ende einer Komikära ein, die im deutschen Fernsehen ihresgleichen sucht. Der Kinofilm stellt also die letzte Posse des einzigartigen ‚Papa’ Stromberg dar und beruht auf der Story des Autors Ralf Husmann. Inszeniert von Regisseur Arne Feldhusen und finanziert von den Fans, die per Crowdfunding 3,3 Millionen Euro für die Produktion gesammelt haben, ist nun Bernd Stromberg mit seinem Gefolge am Zug. Ob der letzte Akt der Capitol-Versicherung den Kinosaal zur großen Stromberg-Bühne macht, wissen wir zu beantworten.

Darum geht’s:

„Firmenfeiern sind wie das letzte Abendmahl. Immer zu wenig Weiber, das Essen ist schlecht und am Ende gibt’s Ärger“. Eine weise Vorahnung –  und trotzdem macht sich Bernd Stromberg mit seinen Mitarbeitern aus der Schadensregulierung auf den Weg in ein Landhotel, in das die Capitol Versicherung die gesamte Belegschaft zur 50-Jahr-Jubiläumsfeier geladen hat. Mit dabei natürlich auch: Berthold „Ernie“ Heisterkamp (Bjarne I. Mädel), das langjährige Mobbingopfer der Abteilung, Lieblingskollegin Jennifer Schirrmann (Milena Dreißig) und das verheiratete Kollegenpaar Ulf und Tanja (Oliver K. Wnuk, Diana Staehly) samt Pflegesohn Marvin. Es könnte so ein schöner Abend werden – hätte Stromberg nicht erfahren, dass die Schließung seiner Filiale unmittelbar bevorsteht. Rettung verspricht nur ein Wechsel in die Zentrale – und genau den will er auf der Feier anbahnen, wo alle Entscheidungsträger der Capitol versammelt sind. Doch ausgerechnet Ernie hat denselben Plan – und liefert sich mit Stromberg ein Duell, in dem sich beide dem Vorstand von ihrer allerbesten Seite präsentieren. Während Ernie den Vorzeigeangestellten mimt, gibt sich Stromberg als fürsorglicher Vater der Abteilung, der von seinen Mitarbeitern geschätzt und geachtet wird. Dass genau das nicht der Fall ist, wird schnell klar – doch „Büro ist Krieg, und den gewinnt man nicht bei der Heilsarmee“. Und Stromberg wäre nicht Stromberg, wenn er nicht trotzdem auf seine unvergleichliche Art punkten könnte. So scheint das Ziel ganz nah – und doch so fern. Denn irgendetwas ist faul im Staate Capitol, und Stromberg muss sich entscheiden: Soll er sich durchmogeln wie sonst auch, oder soll er diesmal Farbe bekennen und alles auf eine Karte setzen?

Das ist gut:

Ein wenig Bauchweh war im Vorfeld schon dabei, also man hörte, dass es einen Kinofilm zum Abschluss geben würde. Haben etliche Serien, die einen Kinofilm haben folgen lassen, sich doch mehr damit geschadet als gerühmt. Das ist mit „Stromberg – Der Film“ ganz und gar nicht so. Der Streifen ist quasi eine TV-Episode in einer Langfassung, komplett ohne Längen oder faulen Zauber. Die Story zwischen Roadmovie im Bus zur Jubiläumsfeier der Capitol, Chaosveranstaltung um die Schließung der Filiale und den Kleinkrieg zwischen Bernd und Ernie, ist schlichtweg grandios! Ohne Ende komische Situationen, bitterböser Sprachwitz, Fremdscham, emotionale Momente und Stromberg-Narzissmus mitsamt Sprüchefestival machen auch aus dem Kinostreifen einen Komikleckerbissen. Selbst wenn Stromberg noch mehr im Fokus steht als in den TV-Episoden, so bekommen auch alle geliebten Nebencharaktere wie Ulf, Tanja oder Ernie genügend Raum, um sich zu entfalten. Am Ende überstrahlt aber Christoph Maria Herbst mit seiner Stromberg-Performance alles und jeden – der Papa war nie besser!

Das ist schlecht:

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Man muss zu diesem gelungenen Stromberg-Kinofilm nicht mehr viele Worte verlieren. Ein Start-Ziel-Sieg der geliebten Bürosatire, die auf der großen Leinwand denselben Charme und Witz zeigt wie im angebeteten TV-Kult. Hier hat jeder Fan, der am Crowdfunding beteiligt war, sein Geld beim Schadensregulierer Nummer eins gut angelegt und wird mit einem Film belohnt, der ein letztes, unvergessliches Büroabenteuer geworden ist. Stromberg-Fans werden ihn ebenso lieben wie Freunde des deutschen Humorkinos. Mit einem lachenden Auge nach dem Kinobesuch, sagen wir nun mit einem weinenden Auge ‚Bye Bye Bernd Stromberg’ … danke, dass du noch mal so richtig die Capitol gerockt hast! Kinotipp!