Ja, der Bernd ist das größte Büroarschloch Deutschlands. Dabei ist er herrlich politisch unkorrekt, aber doch auch immer liebenswürdig. Nach acht Jahren im TV kehrt der Büromacho schlechthin noch einmal auf die große Bühne zurück. Inszeniert von Regisseur Arne Feldhusen und finanziert von den Fans, fährt Christoph Maria Herbst im Kampf gegen die Capitol Versicherung seine Ellbogen aus. Der letzte Akt wird zur großen Stromberg-Show, die endlich auf DVD sowie Blu-ray erhältlich ist. Für alle, die den Antihelden im Kino verpasst haben, blicken wir mit unserem DVD-Tipp auf den Streifen zurück und lassen den Rest mal den Papa machen.

Darum geht’s:

Bernd Stromberg hat es als Leiter der Schadensregulierung der Capitol Versicherung nicht leicht. Überall im Büro laufen seine Deppen rum, die der selbsternannte ‚Papa’ führen muss. Außerdem steht da noch diese miese 50-Jahr-Jubiläumsfeier der Capitol an. Darauf hat er so gar keinen Bock, woraufhin er seine Bürodiener wissen lässt, dass sie dort nicht hinfahren werden. Denn wir wissen alle, dass Firmenfeiern wie das letzte Abendmahl sind: Immer zu wenig Weiber, das Essen ist schlecht und am Ende gibt’s Ärger. Als Bernd von einer möglichen Schließung der Filiale erfährt, muss er handeln. In diesem Fall kommt die Feier für ihn gerade recht, schließlich sind dort alle Entscheidungsträger der Capitol versammelt. Drum setzt er die gesamte Belegschaft in den Bus und tritt eine herrlich beschämende Bustour in Richtung Jubiläumsfeier an. So locker, wie sich das Megaego alles vorstellt, wird es natürlich nicht. Allen voran Trottel als auch Mobbingopfer Nummer eins, Berthold „Ernie“ Heisterkamp, wird richtig aufmüpfig. Außerdem ist da noch dieser skurrile Marvin, der Pflegesohn des Kollegenpaars Ulf und Tanja. Willkommen zu einem heftigen Trip, der in einen wahren Stromberg-Albtraum mündet! Doch der Papa ist bereit, schließlich sind Probleme wie Brüste: Wenn du sie anfasst, machen sie am meisten Spaß!

Das ist gut:

Wer vor dem damaligen Kinostart Bedenken hatte, „Stromberg – Der Film“ könnte als Filmversion nicht funktionieren, ging schlussendlich mit einem breiten Grinsen aus dem Saal. Die Type mit Halbglatze und Kinderschänderbart ist noch mal zur Höchstform aufgelaufen. Das vor allem mit seiner unvergleichlichen Art sowie dem Abfeiern eines wahren Sprüchefestivals. Wer dabei nicht lachen kann, der bedient im Büro auch nur den Drucker. Richtig gut: die Storylines zwischen Roadmovie im Bus zur Jubiläumsfeier, der Chaosveranstaltung um die Schließung der Filiale und den Kleinkrieg zwischen Bernd sowie Ernie. Langeweile kommt da während der 121 Minuten nicht auf. Das wiederum war zu erwarten bei all den komischen Situationen sowie dem bitterbösen Sprachwitz. Als Bonus gibt es herrliche Szenen, bei denen man sich vor Fremdscham am liebsten unterm Sofa verstecken möchte. Vergessen wollen wir nicht diesen unvergleichlichen Stromberg-Narzissmus, den Schauspieler Christoph Maria Herbst wie kein anderer beherrscht und mit seiner Performance jeden der guten Nebencharaktere  überstrahlt! Was gar nicht mal einfach war bei einem Bjarne Mädel als ‚Ernie’, der nicht nur zum Schießen komisch ist, sondern noch peinlicher agiert als je zuvor!

Das ist schlecht:

Ach, Lirum Larum!

Diesen Bernd Stromberg inklusive seiner Eskapaden kann man nur lieben oder hassen. Fans feiern den Auftritt des überzogenen Schadensregulierers Nummer eins, der erst redet und dann denkt. Die filmische Bürosatire hat denselben Witz als auch Charme wie die kultige TV-Serie. Außerdem gibt es wieder Sarkasmus, unbewusste Boshaftigkeit, Bissigkeit und Egozentrik derart hochdosiert gespritzt, dass man gar nicht genug davon bekommen kann! So schauen wir am Ende mit einem lachenden sowie weinenden Auge zu, wie der Bernd ein letztes Mal die Capitol Versicherung aufscheucht. Den Rest legen wir in Papas Hände – ‚Bye Bye Bernd Stromberg’ … danke für diesen genialen letzten Akt!