Das Thema ist Streaming-Plattformen schon lange ein Dorn im Auge: Menschen teilen ihre Konten/Accounts mit anderen, sodass alle an den Mitgliedsbeiträgen sparen. Streaming-Gigant Netflix hat nun offenbart, beizeiten dagegen vorgehen zu wollen. Damit könnte das Teilen von Accounts unter Freunden und Familienmitgliedern der Vergangenheit angehören.

Netflix-Manager Greg Peters offenbarte dies, während er die jüngsten Quartalszahlen des Unternehmens mit Investoren und der versammelten Presse erörterte. Einer der Investoren erkundigte sich: „In Bezug auf das Teilen oder Stehlen von Passwörtern - egal, wie man das nun nennen möchte: Muss Netflix das mit einer weniger stark wachsenden Nutzerbasis endlich angehen?“ Worauf Peters klare Worte fand:

„Wir behalten das im Auge. Wir suchen nach kundenfreundlichen Wegen, um das einzudämmen“, so seine Erwiderung. Dies sei allerdings noch nicht als Ankündigung konkreter Pläne zu verstehen. Damit offenbarte das Unternehmen nach Jahren des Schweigens zum Thema Account-Sharing mehr oder weniger offen seine Haltung zu der Praxis.

Kein Wunder:

Mehr als 35 Prozent der US-Bürger aus der Altersschicht der Millennials teilen ihre Accounts, auch bei älteren Menschen ist dies mit 10 bis 20 Prozent sehr verbreitet. Würde jeder dieser Leute ein eigenes Netflix-Konto erstellen, die Netflix-Einnahmen könnten um hunderte Millionen Dollar in die Höhe schnellen. Viele junge Menschen behalten etwa das Konto ihrer Eltern bei, wenn sie von zu Hause ausziehen – oder mieten sich für kleine Beträge bei Arbeits- oder Studienkollegen mit ein.

Zugleich nimmt der Druck auf Netflix zu, weil immer mehr Medien-Giganten eigene Streaming-Dienste aus der Taufe heben, darunter auch Kolosse wie Disney und Apple, die dazu noch deutlich günstigere Einstiegspreise bieten und auch keine Spezialabos für mehrere Nutzer benötigen. Besonders brisant: Laut den AGB von Netflix ist das Teilen mit bis zu vier Nutzern explizit gestattet – Grundlage ist jedoch, dass dabei nichts bezahlt wird.

Sollte Netflix also konkretere Pläne zur Bekämpfung des Account-Sharings verfolgen, könnte man sich damit ganz schnell Kunden vergraulen. Man darf gespannt sein, was am Ende daraus wird.