John McClane ist ein knallharter Cop aus New York, ein zäher Hund, gerissen, abgedreht und einfach nicht totzukriegen. „Stirb Langsam“, „Stirb Langsam 2“ und auch der dritte Teil sind wahre Must-Sees, die jeder Mann in seiner Action-Sammlung haben sollte. Bruce Willis  wurde mit der bisherigen Tetralogie zur Männerikone und erschuf mit „Yippie Ya Yeah Schweinebacke!“ einen der coolsten Showdown-Sprüche der Filmgeschichte. Und dann kam der vierte Teil der Reihe, der gerade noch so von den Fans akzeptiert wurde, aber schon deutliche Schwächen gemessen an seinen Vorgängern zeigte. Nun soll John McClane mit dem fünften Streich nicht nur zu alter Stärke finden, sondern auch andere, unbeschrittene Wege gehen.

Darum geht’s:

Im fünften Teil wird Bruce Willis als John McClane einmal mehr der Schrecken aller Bösewichte. Erstmalig in der Reihe spielen die Geschehnisse jedoch nicht in den USA. Diesmal zieht es McClane – eher unfreiwillig – nach Moskau. Dort sitzt sein Sohn Jack (Jai Courtney), den er seit geraumer Zeit nicht mehr gesehen hat, in der Klemme. Gerade in der russischen Metropole angekommen, geht es für McClane wie üblich drunter und drüber: Sohnemann arbeitet nämlich für die CIA und soll den wichtigen Insider Komarov (Sebastian Koch) in die USA verfrachten. Das gefällt der Unterwelt natürlich überhaupt nicht, weshalb es nun im Duo, Vater-Sohn-Reibereien inklusive, gegen die Verbrecher geht. Die McClanes im Doppelpack hinterlassen dabei eine Spur der Verwüstung, schließlich fällt der Apfel nicht weit vom Stamm.

Das ist gut:

Der fünfte Akt präsentiert einen Bruce Willis, der nach wie vor mit trockenen Sprüchen amüsiert. Zudem gibt es total abgefahrene Action und jede Menge imposanter Effekte. Ein genretypisch furioses Action-Feuerwerk, das sämtliche Schauplätze in Schutt und Asche legt. Wer Unterhaltung sucht, der wird sie somit auch zum fünften Mal erleben. Darüber hinaus hebt die Idee, das Geschehen in den ehemaligen Ostblock zu verlegen und John einen Sohn an die Seite zu stellen, den Action-Mix zumindest in der Theorie aus dem Einheitsbrei.

Das ist schlecht:

Doch was von der Idee am Ende bleibt, ist eher ein mittelmäßiges Duo. Zumal die Beziehung zwischen Vater und Sohn zu wenig ausgearbeitet wurde und Jai Courtney betont garstig rüberkommt. Das alles ist freilich kein Wunder, da es keine wirkliche Handlung gibt, sondern mehr mit Effekthascherei gearbeitet wird. Nun kann man sagen, okay, das ist eben typisch Hollywood, typisch Action-Blockbuster der Neuzeit. Doch wirklich gutheißen kann man dies nicht. Besonders dann nicht, wenn man die alten Klassiker als Referenz heranzieht.

„Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben“ ist nicht zu unrecht wirklich harsch kritisiert worden. Keine Frage, für einfache Unterhaltung sorgt Bruce noch recht ordentlich,  ausgeflippter Action und Explosionen sei Dank. Das alles aber ohne jeglichen Tiefgang und Seele. Den Charme und den Witz der ersten beiden Teile erreicht der jüngste Ableger der Reihe ohnehin nicht. Der fünfte Teil zeigt, dass vor allem John McClane langsam stirbt. Übrig bleibt unterm Strich leider mehr Schweinebacke als Yippie Ya Yeah.