Star Wars: Marcia Lucas verreißt Disneys Star-Wars-Trilogie – Es dürfte eine Untertreibung sein, zu sagen, dass die jüngste „Star Wars“-Trilogie die Fangemeinde spaltete: Die Filme von J.J. Abrams und Rian Johnson lösten erbitterte Debatten aus, eine Gegenkultur formte sich. Wer mit den neuen Filmen nichts anfangen kann, wird schon mal als „toxischer Fan“ gebrandmarkt, der sich an weiblichen Protagonisten störe, so der Ton. Doch nun wurden Kommentare von Marcia Lucas publik – Cutterin der ursprünglichen Originaltrilogie um Luke, Han und Leia.

Wie „Variety“ berichtet, stößt Lucas als Kennerin des „Star Wars“-Kanons ins gleiche Horn wie enttäuschte Fans und kann der neuen Trilogie nichts abgewinnen – und fand dafür unmissverständliche Worte: So sagte die Oscargewinnerin, J.J. Abrams und die Lucasfilm-Hauptverantwortliche Kathleen Kennedy hätten „keine Ahnung“ und die Handlungsstränge seien „schrecklich“. Sie tätigte die Aussagen in einem Interview mit J.W. Rinzler für ein Buch namens „Howard Kazanjian: A Producer’s Life“.

„Ich war wütend“

Kazanjian war als Produzent auch an der ursprünglichen „Star Wars“-Trilogie beteiligt. Marcia Lucas wörtlich im Buch (Übersetzung des Verfassers): „Ich mag Kathleen. Ich habe sie stets gemocht. Sie war voller Tatendrang. Sie war echt klug, sehr aufgeweckt. Eine wirklich wundervolle Frau. Und ich mochte ihren Mann, Frank. Ich mochte [beide] sehr. Jetzt, wo sie Lucasfilm leitet, Filme macht, scheint es mir, dass Kathy Kennedy und J.J. Abrams keine Ahnung von Star Wars haben.

Die kapieren es nicht. Und J.J. Abrams schreibt diese Geschichten – als ich den Film sah, in dem sie Han Solo töten, war ich stocksauer. Ich war wütend, als sie Han Solo getötet haben. Es gab absolut keinen Sinn, keinerlei Grund dafür. Ich dachte: 'Du verstehst die Geschichte der Jedi nicht. Du verstehst die Magie von Star Wars nicht. Ihr wollt Han Solo loswerden?'“

„Die haben Luke getötet“

Die Cutterin und Oscarpreisträgerin, durch ihre prämierten Arbeiten mit der Saga vertraut und zudem Ex-Frau von „Star Wars“-Titan George Lucas persönlich, sprach vor einiger Zeit bereits mit „The Wrap“. Dort ließ sie am Schicksal Skywalkers in „Die letzten Jedi“, der von Kritikern als „Mary Sue“ (= Alleskönner-Charakter) verschrienen Rey und den Veröffentlichungszyklen der Reihe kein gutes Haar:

„Die haben Luke Skywalker getötet. Und sie haben keine Prinzessin Leia mehr. Und sie spucken jedes Jahr neue Filme aus. Und sie denken, es sei wichtig, ein weibliches Publikum anzusprechen, also ist ihre Hauptfigur jetzt eine Frau, die angeblich Jedi-Kräfte hat, aber wir wissen nicht, wie sie die Jedi-Kräfte bekommen hat oder wer sie ist.“

„Einfach schrecklich. Sie können mich da zitieren“

Diese Aussagen tätigte Lucas vor 2017, als noch nicht feststand, dass Rey ihre Macht von Imperator Palpatine geerbt hatte. Im Buch lässt sie an Storytelling und Plot der neuen Trilogie nichtsdestotrotz auch jetzt kein gutes Haar: „Es ist zum Verzweifeln. Die Handlungsstränge sind schrecklich. Einfach schrecklich. Schrecklich. Sie können mich da zitieren – J.J. Abrams, Kathy Kennedy – sprechen Sie mit mir.“

Lucas ist für harsche Kritik auch an den filmischen Nachfolgern ihres Ex-Mannes bekannt: An anderer Stelle im Buch gibt sie an, weinend zusammengebrochen sein, nachdem sie 1999 „Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung“ gesehen hatte. Sie „weinte, weil ich wirklich nicht fand, dass er gut ist“, so Lucas. Ihren Oscar erhielt Marcia Lucas 1977 für ihre Arbeiten an „Krieg der Sterne“ und „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“.

Sie wirkte unter anderem an der Schlacht von Yavin und der unvergesslichen Todesstern-Szene mit, arbeitete auch an dem Meisterwerk „Taxi Driver“ mit.

Quelle: 9gag.com