Man muss kein dunkler Sith oder Agent des Imperiums sein, um ein Problem mit den Jedi zu haben. Manchmal reicht es, Verantwortlicher der australischen Regierung zu sein. Bei einer Volkszählung „Down under“ 2011 hatte sich ein halbes Prozent der Bevölkerung des Kontinents als Anhänger des „Jediismus“ bezeichnet – einer erfundenen, spaßreligiösen Geistesströmung, die angeblich auf den Lehren der Hellen Seite der Macht aus den Star-Wars-Filmen basiert. Mit einem halben Prozent aller Australier bewegten sich diese „Jediisten“ in ihrer Menge über so mancher akzeptierten religiösen Ausprägung, etwa den indischen Sikhs im Land oder gewissen evangelikalen Bewegungen. Nun kündigt sich eine neue Volkszählung an – und so manchem australischen Regierungsmitglied bereiten die Jedi Kopfzerbrechen.

Die Idee, sich als Anhänger der Jedi-Philosophie auszugeben, basierte damals wohl auf einem E-Mail-Witz für eine Protestaktion, der über das Ziel hinausschoss und viele Menschen erreichte. So etwas möchten die australischen Politiker wohl nicht noch einmal erleben. Schließlich ist so eine Volkszählung keine Spaßnummer, sondern soll der Regierung helfen, zukünftige Entwicklungen besser einzuschätzen und Langzeitstrategien für Soziales und Verkehr zu formulieren. Solche Ergebnisse werden natürlich verfälscht, wenn ein halbes Prozent oder mehr der Bevölkerung eine religiöse Zugehörigkeit angibt, die sie gar nicht hat. Insbesondere Atheisten stören sich daran, dass Australien als weitaus religiöser dargestellt wird, als es wirklich ist.

Alte Männer in Kutten
Darum hat man eine Kampagne ins Leben gerufen, um den protestierenden Dienern der Hellen Seite der Macht nahezulegen, nicht wieder ihre Jedi-Zugehörigkeit auf den Umfragebögen anzugeben. Der Einstieg des Plakats lautet: „Wenn alte Männer in Kutten Sie nicht repräsentieren, dann bezeichnen Sie sich auch nicht als Jedi!“

Das Problem an der Sache: 2011, bei der ersten Volkszählung, gab es keinen taufrischen Star-Wars-Hype. Doch nach dem „Erwachen der Macht“ Ende 2015 könnte das diesmal anders aussehen und die Krieg-der-Sterne-Anhänger kräftigen Zulauf bekommen. Man darf gespannt sein, ob die Jedi dieses Mal mehr als ein halbes Prozent zusammenbekommen. Denn bekanntlich machen Verbote und freundlich gemeinte Ratschläge gewisse Dinge für viele Leute erst so richtig attraktiv.

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