Sex, wilde Partys, Drogen und Vollsuff, halb nackte bis komplett blankgezogene Girls und krachende Beats – Spring Break eben. Wer aber bei diesem Streifen genau diese Dinge erwartet, wird böse auf die Nase fallen und erschrocken abwinken. „Spring Breakers“ bedient sich zwar anfangs einige dieser ekstatischen Party-Attitüden, präsentiert sich aber recht rasch als sehr tief gehender Streifen, weit entfernt eines „Hangovers“ mit weiblichen Hauptrollen.

Generell geht es in „Spring Breakers“ um die vier Freundinnen Candy (Vannesa Hudgens), Faith (Selena Gomez), Brit (Ashley Benson) und Cotty (Rachel Korines). Ihr Studentenleben treibt sie auf Dauer mit den immer gleichen Mechanismen zum Lagerkoller. Also machen sie es sich zur Aufgabe, zum renommierten Spring Break zu fahren, um dort die Sau rauszulassen und für ein paar Tage der Realität zu entfliehen. Leider geben weder Portemonnaie noch Bankkonto genügend Geld, um sich diesen Trip zu finanzieren. Drum raubt man halt auf brutalste Art und Weise einen Imbiss aus.

Mit der erbeuteten Kohle macht sich das Quartett also zur berühmt berüchtigten Feier auf. Nach einer ausufernden Partynacht landen die vier Damen wegen Drogendelikten im Gefängnis. Der Retter in der Not ist Alien (James Franco), ein gefährlicher Drogen- und Waffennarr. Er holt die vier Feierbienen auf Kaution raus und damit fängt das ganze Elend erst an. Denn durch Alien rutschen die Mädchen immer tiefer in den Sumpf des organisierten Verbrechens.



Die Bewerbung von „Spring Breakers“ ist im Vorfeld schon etwas daneben gegangen. Auch wenn der Ausgangspunkt das Spring Break ist, so geht es eigentlich um Selbstfindung, der Schrei nach Freiheit, die Sehnsucht nach dem Verbotenen, das organisierte Verbrechen oder US-Prüderie und nicht um einen Party-Streifen. Dieser Film ist alles andere als leichte Kost und noch weniger Standardkino.

Vor allem die beiden Bikini-Schönheiten Selena Gomez und Vannesa Hudgens stechen hervor und legen eine wirklich gute schauspielerische Leistung aufs Parkett. Dicht gefolgt von James Franco, in seiner brillanten Rolle als exzentrischer und narzisstischer Psychopath. Insgesamt ist es eine denkwürdige Charakterstudie innerhalb eines paradoxen Abenteuers, aufbereitet im Neonlicht. Trotz ein paar Längen ist es Regisseur Harmony Korine, der bereits mit „Kids“ oder „Ken Park“ in ähnliche Kerben schlug, gelungen, einen sehr interessanten und spannenden Streifen zu inszenieren, der allerdings nicht jeden ansprechen wird. Dafür ist er einfach zu speziell.