Schluss mit lustig, mit „Sinister“ gibt es jetzt den Horror von Regisseur Scott Derrickson (Der Exorzismus von Emily Rose) fürs Heimkino. „Sinister“ stand schon in den Lichtspielhäusern im Fokus der Fans und Kritiker, nun aber soll sich auch jeder Kinoverweigerer an diesen Horrorstreifen heranwagen. Außerdem kuschelt sich eine Frau, geängstigt von einem guten Schocker, nirgends so schön an eure Brust wie auf dem heimischen Sofa. Doch ob die Geschichte und das Setting euch kalte Schauer den Rücken hinabtreiben und eine schlaflose Nacht garantieren? „Sinister“ ist nämlich gar nicht der typische Mainstream-Horror, wie man auf den ersten Blick denken mag.

Darum geht’s:

Die besten Zeiten des Autors Ellison Oswalt (Ethan Hawke) liegen Jahre zurück. Deshalb zeigt ihm auch sein Bankkonto des Öfteren den Vogel und so bleibt ihm und seiner Familie nichts anderes übrig, als in ein kostengünstigeres Haus zu ziehen. Die Geschichte rund um das kleine Anwesen scheint dem Schreiber von True-Crime-Geschichten ein geeigneter Ort, den Versuch zu starten, einen Bestseller zu landen. Denn in ihrem neuen Eigenheim starben einst die Vorbesitzer auf unerklärliche Weise. Kurz nach dem Einzug findet Ellison auf dem Dachboden Super-8-Filme, die erschreckenderweise Morde an Familien zeigen – waschechte Snuff-Videos! Der Familienvater beginnt zu recherchieren, womit die ganze Misere für ihn, seine Frau und Tochter erst beginnt. Denn dämonische Vorfälle ereignen sich und für Familie Oswalt scheint es kein Entrinnen zu geben.

Das ist gut:

Eingefleischte Horrorfans noch hinter dem Ofen hervorzulocken, geschweige denn mit neuen Horrorfilmen zu begeistern, ist kein leichtes Unterfangen. „Sinister“ ist jedoch definitiv dazu in der Lage. Der Film spielt mit den Ängsten und das auf ganz unterschwellige Art und Weise. Es ist ein okkulter Schocker, dessen düstere Geschichte nebst packender Atmosphäre grandios aufgebaut wird und in dem sich vor allem alle Darsteller relativ logisch und authentisch verhalten. Phasenweise kommt eine Stimmung auf, die an „The Ring“ oder gar „Shining“ erinnert, alles umgesetzt in stilsicherem Haunted-House-Horror. „Sinister“ verbindet zudem sehr innovativ eine interessante Snuff-Thematik mit dämonisch-übernatürlichen Elementen. Gänsehaut und Spannung sind über die gesamten 110 Minuten garantiert!

Das ist schlecht:

Kleinigkeiten, die nicht weiter erwähnenswert sind, da der Film in seiner Gesamtheit sein Ziel vollauf erreicht: Horror-Kino pur!

„Sinister“ ist verstörend, gruselig, spannend, logisch, hart und kompromisslos – einfach ein moderner Horrorfilm, so wie er sein muss. Weit entfernt vom typischen Mainstream, weiß Scott Derrickson mit relativ wenig Budget eine beeindruckende Wirkung zu erzielen. Der Ton, der Plot, die Szenerie und Darsteller gleichermaßen, erzeugen einfach eine wirklich überaus aufschreckende Atmosphäre. Der Film nimmt Anlauf, um dann spätestens ab der Mitte jeden Zuschauer in sich aufzusaugen. Alles wird klug und pointiert eingesetzt, auch die dämonische Wirkung des Übernatürlichen, womit letzten Endes ein ganz besonderer Streifen der Gattung Horror entstanden ist. Ausgestattet mit einem passenden und wirklich starken Finale, gehört „Sinister“ in jede Horror-Sammlung!

Sinister - Universal Pictures Germany - Release: 11. Juli 2013

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