Wenn zwei Legenden des Actionfilms gemeinsam ein neues Ding drehen, sind die Chancen für einen Rohrkrepierer gering. In „Shootout – Keine Gnade“ sind es Regisseur Walter Hill („Nur 48 Stunden“, „Red Heat“) sowie Sylvester Stallone, die bereits im Kino für beschwingte Fans gesorgt haben. Auf DVD und Blu-ray wollen sie nun die Wohnzimmer mit einem Spielfilm erobern, der mit nostalgischen Action-Elementen und einem spannenden Plot überzeugen kann. Macht euch also gefasst auf einen 'Sly', der sich in seinem Metier nicht nur pudelwohl fühlt, sondern auch eine gute Figur macht. Wir sagen euch in unserer Kritik wieso.

Darum geht’s:

Auftragskiller James Bonomo (Sylvester Stallone), genannt Jimmy Bobo, erledigt seine Mordbestellungen in New Orleans. Auch wenn es in seinem Metier keine Sentimentalitäten gibt, so folgt er doch immer einem Prinzip: Er tötet nie einen Unschuldigen. Genau diese Prämisse wird James zum Verhängnis. Als er einen unbescholtenen Zeugen nicht beseitigt, wird zur Strafe sein Partner über den Jordan geschickt. Fast gleichzeitig trifft Detective Taylor Kwon (Sung Kang) in der Stadt ein. Er ist wegen eines alten Falles in New Orleans und will einer neuen Spur folgen. Als er sich mit einem Kollegen treffen will, findet er nur noch dessen Leiche vor. Für die Cops stehen die Täter bereits fest: Bobo und sein toter Kumpel. Wie das Schicksal so will, kreuzen sich die Wege von Jimmy und Kwon, die kurz darauf gemeinsame Sache machen. Der Polizist und der Killer – ein ungleiches Duo auf der Jagd nach den Mördern ihrer Partner in einer Hölle aus korrupten Cops und gewissenlosen Geschäftsleuten.

Das ist gut:

Walter Hill zeigt nach seiner elfjährigen Filmabstinenz, dass Actionfilme der alten Schule noch genau so gut abliefern können, wie vor 20 oder 30 Jahren. Die Stärken von „Shootout“ sind ohne Zweifel sein hohes Tempo und ein 'Sly' Stallone, der mit seinen 67 Jahren körperlich noch mal voll an seine Grenzen geht – beeindruckend. Gefallen haben zudem die vielen Sprüche mit trockenem Humor und dem Coolness-Faktor eines Schwarzeneggers. Darüber hinaus legt das untypische Duo Cop/Killer eine tolle Dynamik an den Tag, wodurch der Actionthriller ein gelungenes Buddy-Feeling bekommt.

Das ist schlecht:

Der Film kann nicht unbedingt mit dem ganzen Tamtam der neueren Generation der Actionstreifen mithalten. Aus diesem Grund wäre eine Direktveröffentlichung auf DVD und Blu-ray wahrscheinlich sinnvoller gewesen als der Umweg über das Kino. Generell kann man „Shootout“ aber nicht viel vorwerfen.

Die Verfilmung der französischen Graphic Novel „Du plomb dans la tête“ ist ein schnittiger Actionfilm geworden. Hier liegen so viel Blei und Spannung in der Luft, dass einem das Atmen schwerfällt. Und mittendrin steht ein Silvester Stallone, der schauspielerisch überzeugt und physisch imponiert. Mit hohem Tempo wird der Spannungsbogen von der ersten Minute an aufgezogen und bis zum Ende gehalten. Das Ganze wird mit staubtrockenem Humor eingerahmt und durch einen kurzweiligen Plot abgerundet. „Shootout“ zeigt einfach, dass man nicht immer mit grellen Computereffekten blenden muss, um einen wuchtigen Actionthriller zu präsentieren. Für 'Sly'-Fans oder Sympathisanten des alten Actionkinos ist „Shootout“ kein Griff ins Klo, sondern eher einer in ein Schatzkästchen, aus dem man das gute Werk zweier Legenden zieht.