Diese mehr als zweistündige Rennfahrer-Hommage von Regisseur Ron Howard („Illuminati“, „Apollo 13“) war eine der Kinoüberraschungen im Jahr 2013. Nun kann man sich noch einmal in aller Ruhe auf DVD und Blu-ray diesen packenden Zweikampf zwischen den Rennlegenden Niki Lauda und James Hunt genießen. Zwei Formel-1-Piloten, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Genau dies macht diesen Streifen und die Geschichte generell so wahnsinnig unterhaltsam.

Darum geht’s:

Anfang der 70er Jahre kämpfen die höchst unterschiedlichen Rivalen Niki Lauda (Daniel Brühl) und James Hunt (Chris Hemsworth) um den Aufstieg in den Rennfahrer-Olymp. Während der disziplinierte Lauda ehrgeizig an seiner Karriere feilt, stürzt sich Naturtalent Hunt ins glamouröse Jetset-Leben. Ihre Rivalitäten tragen sie nicht nur in spektakulären Rennen aus, sondern auch in heftigen Wortgefechten jenseits der Rennbahn. Immer wieder heißt es: Hunt gegen Lauda – der Rockstar und Playboy der Formel 1, verheiratet mit dem erfolgreichsten Model seiner Generation, Suzy Miller (Olivia Wilde), gegen den messerscharfen Strategen und Perfektionisten. Bis zum legendären Rennen 1976 am Nürburgring, der gefährlichsten aller Rennstrecken, steht Lauda auf dem ersten Tabellenplatz. Doch auf regennasser Fahrbahn baut er einen dramatischen Crash, seine Frau Marlene (Alexandra Maria Lara) bangt um sein Leben. Mit schier übermenschlichem Willen kämpft er sich zurück und tritt nur wenige Wochen später zum erneuten Showdown mit Hunt in Japan an. Wieder regnet es stark, das Rennen soll abgebrochen werden, doch beide Rivalen liefern sich ein atemberaubendes Duell …

Das ist gut:

Sicherlich wurde die eine oder andere Tatsache der zugrundeliegenden Story so umgedichtet, dass sie für einen Hollywood-Streifen besser ins Korsett passt. Aber im Großen und Ganzen bekommt man einen einzigartigen Blick auf das, was damals zwischen Lauda und Hunt ablief. Auch die Zeit nach Laudas Unfall wurde in ihrer ganzen emotionalen Bandbreite passend umgesetzt und mit ergreifenden Bildern inszeniert. Hinzu kommen der grandios getroffene Zeitgeist der 70er, die vielen kleinen Details als auch die Mischung aus Action-Rennszenen und Blicke auf das Privatleben beider Protagonisten. Ebenso gefallen hat Daniel Brühl, der nicht gerade für wahre schauspielerische Sternstunden bekannt war. Aber in „Rush“ brilliert er ohne Zweifel in seiner äußerst authentischen Rolle des Niki Lauda. So gut, dass er Hollywood-Star Hemsworth in den Schatten stellt, der durchaus eine gute Figur abgibt. Die britisch-deutsche Koproduktion glänzt zudem durch ihre Originalschauplätze wie dem Nürburgring als auch dem passenden Soundtrack von Hans Zimmer („The Dark Knight“ Rises“, „Pirates of the Caribbean“).

Das ist schlecht:

Das, was an diesem Film kritisiert wird, ist vor allem, dass der Motorsport an sich zu kurz kommt. Vor allem die Rennszenen sind spärlich gesät – wenn gefahren wird, dann meist nur in einer guten, aber sehr wilden Aneinanderreihung von Szenenschnipseln. Eine ganze Runde oder eine längere Sequenz fehlt derweil gänzlich. Aber – und das muss man einfach hierbei beachten: Es ist kein Film über den Rennsport, sondern ein Streifen über zwei Fahrer, die eine unvergleichliche Formel-1-Rivalität auf und neben der Strecke gelebt haben.

„Rush“ ist ein abwechslungsreicher, berührender und sehr dramatischer Streifen geworden, der durchweg von seinen beiden Hauptdarstellern Brühl und Hemsworth getragen wird. Insbesondere die unglaubliche Verkörperung des Niki Lauda durch Daniel Brühl macht diesen Film zu einem Must-See für Rennsportfans. Doch selbst Cineasten, die nichts mit der Formel 1 am Hut haben, kommen unter Garantie durch die fesselnde Geschichte auf ihre Kosten. Alleine schon dieser 70er-Zeitgeist, der aus jeder Pore des Films fließt, ist beeindruckend. Ein toller Blick auf die damalige Zeit und eine Hommage an zwei rebellische, wahnsinnige und einzigartige Typen, die einen unvergessenen Kampf um die Formel-1-Krone zelebriert haben. Der mann.tv-DVD-Tipp!