Mel Gibson, Danny Glover, Will Smith, Martin Lawrence und viele mehr trafen in zahlreichen Buddy-Actionfilmen aufeinander. Meist mit gutem Ergebnis, das viel Chaos, Zerstörung und vor allem Humor zusammenbrachte. In „Ride Along“ fährt man eine ähnliche Schiene und lässt den aktuell in den USA gefeierten Stand-up-Comedian Kevin Hart auf Rapper Ice Cube los. Ob das Duo es schafft, Klassiker wie „Nur 48 Stunden“, „Lethal Weapon“ oder „Bad Boys“ das Wasser zu reichen?

Darum geht’s:

Sprücheklopfer Ben (Kevin Hart) hat es nie weiter gebracht als bis zum Wachmann der örtlichen Highschool. Seit zwei Jahren versucht er dem hochdekorierten Cop James (Ice Cube) vergeblich zu beweisen, dass er mehr in den Griff bekommt als den Joystick seiner Videogames. Ben ist zudem in James' Schwester Angela (Tika Sumpter) verliebt und möchte, dass James endlich begreift, dass er der richtige Mann für sie ist. Nachdem der motivierte Ben schließlich in die Polizeiakademie aufgenommen wird, reißt er seine große Klappe noch weiter auf. Für James hat sich jedoch nichts geändert. Er beschließt, Ben eine Lektion zu erteilen, die er nie vergessen wird – und nimmt ihn mit auf eine Streife, die er als Achterbahnfahrt durch die Hölle geplant hat. Die ohnehin schon radikal chaotische Schlingerpartie durch Atlantas Unterwelt läuft völlig aus dem Ruder, als die beiden dem berüchtigtsten Gangster der Stadt auf die Spur kommen – und da kann sogar der abgebrühte James noch manches dazulernen. Nämlich, dass das Plappermaul seines neuen Partners mindestens ebenso gefährlich werden kann wie das Bleigewitter, das ihnen in der heißesten Nacht ihres Lebens um die Ohren pfeift.

Das ist gut:

Die Story haut jetzt zwar nicht aus den Latschen, ist dem Genre der Buddy-Action-Comedy jedoch recht dienlich. Viel wichtiger ist jedoch, das die beiden unterschiedlichen Typen Kevin Hart und Ice Cube miteinander harmonieren. Das tun sie in jeder Szene und müssen sich nicht mit ihrer tollen Dynamik vor der langen Riege ihrer Buddy-Schauspielkollegen verstecken. Der beinharte Cop und der großspurige Anfänger sorgen für einige Lacher. Beiden merkt man an, dass sie sichtlich Spaß an ihren Rollen hatten, was ihnen eine authentische Schauspielleistung eingebracht hat. Die Action ist unterdessen ganz passabel, wobei vielmehr die vielen gesetzten Blinker zur Popkultur und anderen Filmen einen gewissen Charme verleihen.

Das ist schlecht:

So humorvoll das alles in diesem Streifen auch ist, einige Gags verpuffen und diverse Pointen sitzen nicht. Das ist wiederum nicht weiter tragisch, weil die meisten zünden, aber von perfekter Comedy zu sprechen wäre halt falsch. Was wünschenswert gewesen wäre: wenn die Action ein wenig mehr Raum und vor allem mehr Power bekommen hätte. Zu oft wirken die rabiateren Szenen eher wie ein Mittel zum Zweck. Zu guter Letzt hätte man etwas mehr Innovation zeigen dürfen in der Gagfindung, statt auf genretypische Klischees zu setzen.

„Ride Along“ ist eine wirklich gute Buddy-Komödie geworden, die sich hier und da etwas der Action bedient, um dem Plot mehr Bewegung zu verleihen. Wer aber Explosionsgewitter und Kugelhagel erwartet, ist definitiv im falschen Film unterwegs. Dieses Werk setzt ganz auf sein superulkiges Cop-Duo, das toll miteinander harmoniert und die für dieses Genre so wichtige Chemie erzeugt. Wer also einen zünftig-luftigen Männerabend im Kino verbringen will, kann sich mit seinen Kumpels ohne große Bedenken in „Ride Along“ begeben und wird prächtig für rund 100 Minuten unterhalten!