Satte 13 Jahre ist es her, dass „Pitch Black“ aus dem B-Movie-Sumpf mit einem Budget von läppischen 23 Millionen Dollar zum Megahit an den Kinokassen emporstieg. Gleichzeitig schaffte Vin „Adrenalin“ Diesel, damals in der Rolle des Richard B. Riddick, seinen Durchbruch in Hollywood. In „Pitch Black Vol. 2“ (in Deutschland vertrieben als „Riddick: Chroniken eines Kriegers“) ist Vin wieder mit von der Partie, diesmal aber als erfahrener Action-Star („The Fast And The Furious“, „xXx - Triple X“). Auch David Twohy („Auf der Flucht“, „Waterworld“, „Die Akte Jane“) sitzt wieder auf dem Regiestuhl, womit zwei der damaligen Erfolgsgaranten wieder die Zügel in der Hand halten. Ob der Nachfolger an die Genialität des ersten Teils herankommt?

Darum geht's:

Der zweite Teil beginnt knapp fünf Jahre nach dem Ende des Vorgängers. Riddick (Vin Diesel) hält sich auf dem Eisplaneten U.V.6 auf, um dort etwas Ruhe zu finden. Selbstverständlich wird daraus nichts, denn eine Truppe Kopfgeldjäger möchte gerne die Prämie kassieren, die auf Riddicks Kopf ausgesetzt ist. Angeführt werden sie von Toombs (Nick Chinlund), der überaus anhänglich zur Jagd bläst. Ausgesetzt hat das Kopfgeld Riddicks alter Gefährte Abu „Imam“ al-Walid (Keith David).

Zwar finden sie Riddick in seinem Versteck, werden aber ordentlich aufgerieben. Daraufhin folgt Riddick der Spur des Auftraggebers, die ihn zur Welt Helion Prime führt. Al-Walid herrscht dort über den Planeten, bangt aber gleichzeitig um die Existenz seiner Domäne, da die finsteren Necromonger mit Invasion drohen. Imam wollte also gar nicht Riddicks Kopf, sondern den Superkiller lediglich aus seinem Versteck locken, um die Invasoren zu stoppen. Trotz einer ersten Absage greift der dann doch wieder zu den Waffen – in bester Riddick-Manier. Schließlich wartet am Ende der Anführer der Necromonger: der Lord Marshall.

Das ist gut:

Hier braucht man gar nicht viel drum herum reden: Die große Stärke, der Dreh- und Angelpunkt sowie Träger von „Riddick: Chroniken eines Kriegers“, ist Vin Diesel. Er füllt den Charakter nicht nur durch seine physische Präsenz mit Leben, sondern liefert auch eine astreine schauspielerische Leistung ab. Ein Riddick ohne diesen Action-Koloss? Nicht vorstellbar! Was zudem gefällt, ist die optische Präsentation. Denn man merkt diesem Streifen sein aufgestocktes Budget auf 100 Millionen US-Dollar deutlich an. Vor allem das futuristische Artdesign der Sets und die gotische Wüsten-Atmosphäre erinnern ein wenig an Klassiker wie „Dune“. Über die Riddick-typische Action brauchen wir an dieser Stelle gar nicht zu reden, denn die knallt genauso gut wie vor 13 Jahren.

Das ist schlecht:

Schlecht ist die Story von der Grundidee her nicht. Nur die Umsetzung wirkt auf Dauer etwas wirr - hier fehlt es eindeutig an mehr Gradlinigkeit. Der Film verliert sich leider viel zu oft in Nebenkriegsschauplätzen, die etwas den Fluss behindern. Überdies verblassen neben dem starken Vin Diesel einige Schauspielpartner. Vor allem Judi Dench wirkt total deplatziert. Und Oberschurke Lord Marshall verliert neben Riddick seinen kompletten Glanz, da hätte Colm Feore definitiv mehr Herzblut investieren müssen!

Unterm Strich ist „Riddick: Chroniken eines Kriegers“ nicht ganz so stark wie Teil eins, aber insgesamt doch ein sehr kurzweiliges Scifi-Action-Abenteuer. Drum fassen wir uns kurz: Die neue Mischung aus Science-Fiction und Fantasy-Elementen, gepaart mit einer soliden Geschichte, passt. Vereint mit einem Vin Diesel als erneut bärenstark aufspielenden Zukunftskiller sind beste Action-Unterhaltung und ein perfekter Männerabend im Kino garantiert!