Hollywood hat nicht erst seit gestern seine Liebe zu Comicverfilmungen gefunden. Im letzten Jahrzehnt schießen die Produktionen um Superhelden, Schurken, Mutanten und übermenschliche Kräfte allerdings wie Pilze aus dem Boden. Für Fans ist dies eine glorreiche Zeit, zumal ein Großteil der Verfilmungen mehr als gut eingeschlagen sind.

Doch immer wieder gibt es Titel, die der Comicvorlage nicht mal ansatzweise gerecht werden. „R.I.P.D.“ unter der Regie von Robert Schwentke, reckt die Flagge der Comicfilmverfilmung recht hoch und wirbt zumindest auf dem Papier mit einem starken Duo bestehend aus „The Dude“ Jeff Bridges und Ryan Reynolds. Deshalb haben wir diesen Streifen mal genauer unter die Lupe genommen.

Darum geht’s:

Das "Rest in Peace Department", kurz R.I.P.D., ist eine Organisation, die sich der Jagd nach untoten Kriminellen widmet. Sheriff Roy Pulsifer (Jeff Bridges) ist ein alter Hase in dieser Einheit und hat sich einen guten Ruf erarbeitet, wenn es um das Einbuchten von diesen speziellen Tätern geht. Als ihm Nachwuchs-Detective Nick Walker (Ryan Reynolds) zugeteilt wird, kommt einiges an Ärger auf ihn zu. Denn die beiden sind wie Feuer und Wasser, nicht nur, was ihre Herangehensweisen bei der Untoten-Jagd betrifft. Dabei teilen sie ein gemeinsames Schicksal, nämlich das Dasein auf der anderen Seite des Lebens. Während ihren Ermittlungen kommen sie auf die Spur einer großen Verschwörung, die nur eines zum Ziel hat, den Jüngsten Tag auszurufen. So heißt es für das Duo, zusammenreißen und gemeinsam das Komplott sprengen, das alles Leben auf der Erde bedroht. Als Mitglieder des Jenseits wissen sie nämlich, wie man mit dem widerspenstigen Untoten umzugehen hat.

Das ist gut:

Was bietet uns also das R.I.P.D. über knapp 90 Minuten? Das sind vor allem lockere Unterhaltung und natürlich Jeff Bridges („The Big Lebowski“, „True Grit“, „Tron“). Selbst wenn er schon stärkere Rollen innehatte, so überzeugt er mit einem frischen Schauspiel, kecken Sprüchen und seiner coolen Ausstrahlung. Ein moderner Cowboy eben, der in diesem Mix aus temporeicher Action, Komödie und Scifi-Kumpelkino das Ruder übernimmt. Es geht hier heiß zur Sache mit rauchenden Colts und unartigen Untoten, interessanten Kameraperspektiven und einem guten Gleichgewicht aus Humor und Action.

Das ist schlecht:

Aber, trotz des guten Plots, wurde viel zu wenig aus dem Potenzial geschöpft. Der Streifen generiert Unterhaltung, keine Frage, aber intelligentes Kino schaut wahrlich anders aus. Zudem geht Ryan Reynolds, ähnlich wie in der Superhelden-Verfilmung „Green Lantern“, total unter und wirkt oft wie ein Fremdkörper. Darüber hinaus gibt es so gar keine Überraschungen, was im Genre nicht unbedingt unüblich ist, aber dem Film wesentlich mehr Kreativität einverleibt hätte. Es ist zudem sehr auffällig, dass hier an allen Ecken und Enden von anderen, ähnlich gelagerten Streifen stibitzt wurde. Das macht die Story sehr flatterhaft.

Die Dark-Horse-Comicvorlage von Peter M. Lenkov war schon eine Hausnummer, um sie zu verfilmen. Regisseur Robert Schwentke („Flight Plan“, „R.E.D.“) ist dies auf die komplette anderthalbstündige Spieldauer nicht immer geglückt. In den USA an den Kinokassen gefloppt, wird es hierzulande nicht leichter, die Besucher auf die Seite des R.I.P.D. zu ziehen. Trotz des starken Casts mit Jeff Bridges, Ryan Reynolds, Marie-Louise Parker und Kevin Bacon schneidet man sich an einigen scharfen Kanten. Außerdem kann der Film seine Paten wie „Men in Black“ und „Ghostbusters“ nicht verstecken und mutiert so zu einem Abklatsch, anstatt zu einem Individuum. Was man aber nicht von der Hand weisen kann, ist, dass er Kurzweil bietet, und zwar über die komplette Länge. Somit wird sich „R.I.P.D.“ nicht in die Reihe der filmischen Rohrkrepierer stellen müssen, wird aber auch nicht in die Runde der Highlights 2013 aufgenommen werden. Solide Actionkost mit humoristischen Einlagen und einem coolen Jeff Bridges.