Action-Veteran Sylvester Stallone zeigte in diesem Jahr mit „The Expendables 2“, wie gut Altstars alles in Schutt und Asche legen können. Das ist bei den Rentnerspionen in „R.E.D.“ nicht anders. Nun startet Teil 2 der Agenten-Action-Komödie in den Kinos und will ebenso hart, ulkig und actionreich sein, wie sein Vorgänger. Im Gegensatz zu seinem Auftritt im kultmutierten Vorgänger spielt Morgan Freeman in „R.E.D. 2“ keine Rolle mehr. Doch mit Catherine Zeta-Jones und Anthony Hopkins wurde überaus wertiger Ersatz gefunden. Ob Bruce Willis und seine Kollegen in der Fortsetzung ihren Stern weiter hochhalten, oder ob der Streifen in den düsteren Kellern des Altenheimes eingemottet werden muss, verraten wir euch in unserer Kinokritik.

Darum geht’s:

Frank Moses (Bruce Willis) Ex-CIA-Agent und Rentner macht sich auf zur Beerdigung seines Freundes Marvin Boggs (John Malkovich). Auf der Trauerfeier angekommen, wird Frank allerdings vom FBI festgenommen. Die Behörde ist auf der Suche nach einer Nuklearwaffe, die vor Jahrzehnten spurlos verschwunden ist. Es geht um die Mission mit dem Codenamen „Nightshade“, in die Frank damals involviert gewesen sein soll. Wie aus dem Nichts platzt der totgeglaubte Marvin in die Szenerie und befreit Moses. Für die beiden gilt es nun, Franks Unschuld zu beweisen. Erschwert wird dieses Vorhaben allerdings von einer Meute ungeselliger Typen. Denn Auftragskiller und zwielichtige Regierungsbeamte machen ihnen das Leben nicht leichter. Auch Ex-Kollegin Victoria (Helen Mirren) wird auf Frank angesetzt. Und sie haben  mit Sarah (Mary-Louise Parker) und dem wahnsinnigen Wissenschaftler Bailey (Anthony Hopkins) Unterstützung an ihrer Seite, nicht zu vergessen Franks Exflamme Katja (Catherine Zeta-Jones). Doch wer treibt hier ein falsches Spiel?

Das ist gut:

„Alt aber rüstig“ heißt es auch im zweiten Teil. Es macht einfach irrsinnigen Spaß, Bruce Willis zuzusehen, der traditionsgemäß einen Feuersturm in bester John-McLane-Manier auslöst. Diese überzeugende Qualität gilt für den gesamten Cast, der den Verlust von Freeman mit Zeta-Jones und Hopkins sehr gut auffängt. Gerade Anthony Hopkins als verrückter Professor ist schon herrlich schräg. Apropos schräg: Schräg ist hier so einiges. Hinzu kommen ein guter Schuss pechschwarzer Humor und jede Menge Unterhaltung. Neben der erwarteten Action ist es einmal mehr die merkliche Spielfreude der Protagonisten, die wirklich authentisch rüberkommt. Insgesamt gefällt auch das Netz, das um den Plot gesponnen wurde, so dass es einige gelungene Wendungen zu sehen gibt. 

Das ist schlecht:

Leider haben sich beim insgesamt polierten Film dennoch ein paar rostige Stellen eingeschlichen und nagen am guten Eindruck: Zum einen wären da ein paar Gags zu viel, die eher bemüht wirken als locker-flockig. Zum anderen wirkt das Ende viel zu überhastet und fahrig, da hätte man durchaus mit mehr Fingerspitzengefühl agieren dürfen.

Regisseur Dean Parisot („Galaxy Quest“) hat mit „R.E.D. 2“ einen würdigen Nachfolger inszeniert, der zwar nicht das Überraschungsmoment des ersten Teils auf seiner Seite hat, aber ebenso gut für Unterhaltung und Spaß sorgt. Bruce Willis und sein All-Star-Kollegium wissen definitiv noch, wie man gescheit Gegner mit Kugeln begrüßt und wie sie dem Zuschauer ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Dieser Mix aus Action und Witz sitzt und lässt die Altstars noch einmal funkeln. Da muss die Mottenkiste in der Seniorenresidenz wohl noch ein Weilchen warten – denn Willis & Co. handeln in „R.E.D. 2“ ganz nach dem Motto aus dem ersten Teil: „Älter, härter, besser"! Alles in allem eine charmante und rasante Action-Komödie. Leinen und Rentner los!

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