Quizfrage: Was kostet euch im Jahr mehr als euer Netflix- und Amazon Prime-Abo zusammen, macht dafür aber nur ein Viertel so viel Spaß? Hat jemand gerade aufgezeigt und Rundfunkgebühren gesagt!? Top! Solltet ihr zu denen gehören, die dem Thema gegenüber skeptisch eingestellt sind, wird euch die folgende Nachricht sicher den Tag versüßen. Nicht. Denn ab 2023 soll ein neues System für die Höhe der Rundfunkgebühren in Kraft treten.

Ab dann sollen die Gebühren für die Öffentlich-Rechtlichen wie ARD, ZDF oder Deutschlandradio quasi selbsttätig steigen. Angepasst an die Inflation oder ein System wie den Verbraucherpreis-Index. In Berlin traten am Donnerstag die Ministerpräsidenten zur Konferenz zusammen und debattierten über mögliche Zukunftsmodelle für die Rundfunkgebühren. Dabei bildete sich das genannte Modell als Favorit heraus.

In trockenen Tüchern sei das noch nicht und wie es letztendlich aussehen soll, stehe noch nicht fest, wie die Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), betont – doch ein Indexmodell sei der klare Favorit, dieses müsse jedoch verfassungs- und beitragsrechtlich in Ordnung sein.

19,40 Euro schon 2016 gefordert

Momentan beträgt der Beitrag 17,50 Euro im Monat – alle vier Jahre wird er von einer Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) formuliert und muss danach von den Ministerpräsidenten durchgewunken werden. Die öffentlich-rechtlichen Sender müssen bis zum April 2019 bekanntmachen, wie viel Budget sie für die nächsten Jahre benötigen.

BR-Intendant Ulrich Wilhelm hatte erst Anfang März für Aufsehen gesorgt, als er eine neuerliche Gebührenerhöhung verlangte – diese sei notwendig, „wenn wir den heutigen Leistungsstand mit qualitätsvollen Programmen halten wollen.“ Schon 2016 war ein Rundfunkbeitrag von 19,40 Euro ab dem Jahr 2021 im Gespräch, um die bisherigen Senderstrukturen der drei oben genannten genannten Stationen beibehalten zu können.

Malu Dreyer bittet nun als Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder die Bundesbürger um Verständnis, dass die Gebühren eventuell angepasst werden könnten – mahnt aber auch die Rundfunkanstalten dazu, besser zu sparen. Ab Juni 2019 wissen wir mehr, denn dann muss die Rundfunkkommission einen definitiven Vorschlag für Gebühren und System unterbreiten. 

Dann werden wir wohl auch erfahren, ob eine Automatisierung in Kraft tritt.

Quelle: bild.de