Der Hollywood-Schauspieler Peter Dinklage ist mittlerweile ein echter Star und weltbekannt. Das liegt vorrangig an seiner begnadeten Rolle des Tyrion Lannister in der US-Serie Game of Thrones von HBO. Zuvor war er in Filmen wie The Station Agent (2003), Living in Oblivion (1995), Find Me Guilty (2006) oder X-Men: Days of Future Past (2014) zu sehen. Im nächsten Jahr steht er in Michelle Darnell vor der Kamera. Aktuell jedoch ist Dinklage in der Actionkomödie Pixels von Regisseur Chris Columbus als Eddie „The Fire Blaster“ Plant zu sehen. Gemeinsam mit Adam Sandler, Kevin James, Josh Gad und Michelle Monaghan muss er den Planeten vor Aliens retten, die mit legendären Videogame-Helden wie Pac-Man und Donkey Kong die Erde angreifen. Eine gute Gelegenheit, ihn exklusive für mann.tv Rede und Antwort stehen zu lassen!

Wie war es für dich, mit einem Team von Comedy-Stars wie Kevin James und Adam Sandler zu arbeiten; ist es ein bisschen wie eine Party?
Auf jeden Fall. Comedy ist eine Wissenschaft für sich. Man versucht ständig, lustige Ansätze zu finden, und auch wenn der Film von Adam und die anderen Autoren geschrieben wurde, waren sie immer sehr offen für unsere Ideen und Verbesserungen. Besonders Josh Gad ist einfach unglaublich. Adam, Chris Columbus und die Autoren hätten einfach die Witze aufnehmen können, die sie im Editierungsraum geschrieben haben, aber sie liebten die Vorschläge, die wir auf den Tisch brachten. Deshalb haben sie uns als Besetzung gewählt. Sie sahen etwas in uns, das wir auch auf die Charaktere übertragen konnten und sie wollen genauso wie wir herausgefordert werden. Niemand war also an seinem eigenen Vorteil bedacht, sondern es ging immer darum, den Film noch lustiger zu machen. Manchmal denken Schauspieler, dass sie Skripte verbessern können, aber ich denke, dass sie oft nur daran interessiert sind, sich selbst in den Vordergrund zu spielen, anstatt die Qualität des Skripts zu verbessen. Aber Pixels war eine echte Zusammenarbeit.

Was für ein Typ ist dein Charakter Eddie „The Fire Blaster“ Plant in Pixels?
In seiner Kindheit war Eddie der Erzfeind der anderen Jungs. Durch seine Videospielerfolge hat er ein ziemlich großes Ego und er liebt es, andere daran zu erinnern wie gut er ist. So wird Eddie als Kind dargestellt und an seinem Verhalten hat sich auch in der heutigen Zeit nicht allzu viel verändert…

Wie hast du dich auf den Film vorbereitet? Hast du spezielle Recherche betrieben?
Ich habe 45 Jahre lang recherchiert! Nein, ich würde mich nicht als echten Gamer bezeichnen, aber als ich jünger war, habe ich schon Videospiele gespielt. Um in den Spielen, die der Film zeigt, richtig gut zu werden, musste man als Kind in Spielhallen gehen und dort zocken – das war, bevor die Heimkonsolen auf den Markt kamen. Aber auch als es Heimkonsolen dann gab, war ich immer noch ein Teenager. Es gab nur ein oder zwei Konsolen in der ganzen Stadt, und du musstest zu deinen Freunden gehen, die diese Geräte hatten, denn sie waren sehr teuer und man musste die Spiele für viel Geld kaufen. Man verbrachte also Zeit mit seinen Freunden und spielte zusammen. Heutzutage hat jeder seine eigene Konsole – mir tun die Kinder ein bisschen leid, die alleine spielen müssen.
 
Seit deiner Jugend hat sich die Art, Videospiele zu spielen, sehr verändert – damals waren Spielhallen noch ein Ort, um sich mit seinen Freunden zu treffen oder?
Ja, genau. Ich habe mit den heutigen Kindern, die Konsolen spielen, Mitleid, weil es so viel Spaß machte, in Spielhallen zu gehen und dort soziale Kontakte zu pflegen. Du bist in die Spielhalle gegangen, um dort mit deinen Freunden abzuhängen und die Mädchen zu beobachten – vor allem das eine Mädchen, von dem du immer gehofft hast, dass es da sein würde. Außerdem wurde in Spielhallen Musik gespielt und es war wie auf der Rollschuhbahn. Es machte so viel Spaß.



Als du mit der Schauspielerei begonnen hast, hast du dir da vorgestellt, dass du in großen Hollywood-Filmen wie Pixels zu sehen sein wirst?
Wenn du ein Kind bist, siehst du Star Wars und all diese Filme und du denkst nicht, dass du ein Teil von so etwas sein kannst, auch wenn du in Schulaufführungen mitwirkst. Ich war nicht ehrgeizig genug,  um so weit zu denken. Ich dachte nie: „Ich kann das machen.“ Ich war einfach glücklich, mein Fahrrad zu fahren! Und dann fängt man, an im Theater und kleineren Filmen aufzutreten, und plötzlich macht man die großen Sachen. Aber egal, ob große oder kleine Produktionen, es geht immer darum, was dahinter steckt. Die größten Filme funktionieren nicht, es sei denn, es steckt eine gute Geschichte dahinter. Am Ende geht es immer um die Story.

Ist ein Film wie Pixels eine nette Abwechslung zu Game of Thrones?
Diese Serie gehört seit fünf oder sechs Jahren zu meiner Arbeit und es ist eine ziemlich ernste Serie. Ich mag es nicht, mich zu langweilen, im Sinne von mich in Schubladen stecken zu lassen oder ständig dasselbe zu machen. Deswegen liebe ich es, bei Filmen wie Pixels dabei zu sein. Es macht so viel Spaß, das alles zu vermischen. Ich will niemanden langweilen, schon gar nicht mich selbst, indem ich Rollen wiederhole. Das Letzte, was du tun möchtest, nachdem du Game of Thrones gemacht hast, ist etwas Ähnliches wie Game of Thrones – und du erhältst eine Menge von diesen Angeboten. Wenn ich also ein Angebot wie Pixels bekomme, versteht es sich von selbst, dass ich dabei bin.

Wie gehst du damit um, dass dir eine ganze Reihe von Projekten angeboten werden, die Game of Thrones ähneln? Ist das frustrierend für dich?
Es ist ganz einfach. Man sagt nur „Nein, danke.“ Es ist natürlich einfacher, jetzt damit umzugehen, als am Anfang der Karriere, wenn man um jede Rolle kämpft. Aber es ist gut „Nein“ zu sagen, weil du dann selbst die Kontrolle hast. Viele Schauspieler haben das Gefühl, nicht das tun zu können, was sie tun wollen, und dass sie keine andere Wahl haben. Vielleicht spreche ich von einer dummen, privilegierten Perspektive, weil ich einen sicheren TV-Job habe, auf den ich mich finanziell verlassen kann, aber es ist sehr wichtig, „Nein“ sagen zu können.