Mr. Adrenalin alias Jason Statham wird wieder auf die Filmwelt losgelassen. Diesmal ohne seine Söldnertruppe der Expendables, auch nicht im Transportgeschäft tätig und ohne Überdosen von Epinephrin, mimt er einen Dieb auf dem Rachefeldzug. Das Statham Action kann, beweist seine Hollywood-Vita hinlänglich. Demnach passt „Parker“ als augenscheinlich harter Actionthriller wie angegossen zum Image des charismatischen Briten. Gewisse Zweifel werden jedoch laut, ob der x-te Film mit ihm im vertrauten Genre nicht droht, einem aus den Ohren herauszukommen.

Darum geht’s:

Parker (Jason Statham) ist von Beruf Dieb, auch mal Gelegenheitskiller und ein Profi in seinem gesetzesfremden Metier. Bis dato hatte er seine Aufträge immer unter Kontrolle, was sich mit seinem nächsten krummen Ding schlagartig wandelt. Der Vater (Nick Nolte) seiner Freundin (Emma Booth) vermittelt ihm einen profitablen Job. Dieser bringt allerdings auch neue Partner mit sich und genau das wird Parker zum Verhängnis. Nach dem Überfall wird er von seinen angeblichen Kollegen nicht nur um die Beute gebracht, sondern auch fast um die Ecke. Das kann sich ein Profi wie Parker selbstredend nicht gefallen lassen und er bläst nach seiner Genesung zum Gegenangriff. Rache ist angesagt und diese führt ihn nach Palm Beach. Dort trifft er auf die Immobilienmaklerin Leslie Rodgers (Jennifer Lopez), die ihm bei seinem Vorhaben, die Verräter zu bestrafen, tatkräftig unter die Arme greift.

Das ist gut:

Jason Statham hat in „Parker“ einen seiner schauspielerischen Höhepunkte erwischt, passt er natürlich auch perfekt ins Anforderungsprofil des knallharten, coolen und rachsüchtigen Diebes. Gut gefallen haben obendrein die Nebencharaktere, die mit Nick Nolte, der stets attraktiven Jennifer Lopez und anderen renommierten Darstellern wie Michael Chiklis (The Shield), Clifton Collins Jr. (Crank 2) oder Wendell Pierce (The Wire), passend besetzt wurden. Lobenswert ist auch die Kameraarbeit, die dem Film einen coolen Florida-Look verpasst. Der Actionthriller von Regisseur Taylor Hackford hat insgesamt Stil, schwimmt aber im Fahrwasser von Klassikern wie „Point Black“ oder „Payback“.

Das ist schlecht:

Als Actionstreifen beginnt der Film passend dynamisch. Das Niveau und Tempo hält sich aber leider nicht über die gesamte Spielzeit, bricht „Parker“ doch phasenweise immer wieder mit recht langatmigen Passagen ein. Auch hätten dem Film etwas mehr Tiefgang und Witz nicht geschadet. Deshalb holpert es mit der Kurzweiligkeit das eine oder andere Mal gehörig.

„Parker“ bietet im Ganzen keinen überdrehten Statham, noch weniger ein explosives Action-Gewitter. Es ist eher ein gradliniger, unterkühlter Gangsterstreifen mit Charme (trotz einiger harter Szenen). Ein durchaus sehenswerter Thriller nach der Buchvorlage von Autor Richard Stark. Dass so etwas nicht jedem Zuschauer schmeckt, ist nachvollziehbar. Ebenso, dass „Parker“ schnell in die Kategorie ‚belanglos’ abgeschoben wird. Wer allerdings Jason Statham in Topform erleben will, sollte dennoch einen Blick riskieren.