Und jährlich grüßt das Murmeltier. Auch im Jahr 2014 in Form eines weiteren Werkes der Horror-Schock-Reihe. Zum Start ins neue Jahr bekommen „Paranormal Activity“-Fans im Spin-Off "Die Gezeichneten" ein Wiedersehen mit dem gemeinen Dämon aus der bekannten Geisterreihe. Der kommende Teil von Regisseur Christopher Landon ("Disturbia") dient als Brücke zum im Herbst 2014 angekündigten „Paranormal Activity 5“. Natürlich dürfen sich Horror-Freunde einmal mehr auf die unheimlich polternde Macht freuen, aber ebenso auf überraschende Entwicklungen und andere Hauptfiguren. Wie gut uns der mysteriöse Spuk am Ende terrorisiert hat, verraten wir euch in unserer Kinokritik.

Darum geht’s:

Als Teenager Jesse (Andrew Jacobs) aus Neugierde in die Wohnung einer brutal ermordeten alten Dame aus der Nachbarschaft einbricht, findet er nicht nur alte Videokassetten und okkulte Gegenstände, sondern auch ein Foto von sich selbst. Nach einer Nacht voll schrecklicher Albträume erwacht er mit einer Bisswunde am Unterarm. Schnell wird klar: Es ist keine Gabe, es ist kein Unfall, es ist erst der Anfang. Der gewalttätige Spuk versetzt sein gesamtes Umfeld in Angst und Schrecken und hinterlässt eine Spur der Zerstörung. Im Kampf um Jesses Seele holen sich seine Freunde Hilfe bei Kristi Featherstons Stieftochter Ali (Molly Ephraim), die als Kind die fürchterlichen Ereignisse in ihrer Familie miterleben musste. Doch auch diesmal scheint jede Hoffnung vergebens, denn wer das Zeichen trägt, wird zum Opfer. Jesse wird nie mehr derselbe sein und keiner ist vor den Angriffen der teuflischen Macht sicher …

Das ist gut:

Im ersten Moment wird man sicher aufgrund der immer wiederkehrenden Thematik gelangweilt abwinken. Fans sollten aber am Ball bleiben. Insbesondere bei diesem Spin Off, das allein schon aufgrund des frischen mexikanischen Settings eine komplett andere Stimmung vermittelt. Dafür sorgt vor zudem der Cast mit den charismatischen neuen Charakteren sowie die Nutzung der Handkamera. Zudem ist der Aufbau recht gut gelungen, beginnt der Streifen ruhig und humorvoll, bevor er dann böse und horror-gerecht anzieht. Der positive Gesamteindruck wird obendrein durch den neuen Ansatz der Besessenheit verstärkt, indem man eben nicht nur auf den reinen Dämonenterror setzt. Dabei werden auf die Reihe bezogene Hintergrundinformationen geliefert und die Story klar weitergeführt. Sogar eine Verbindung zum ersten Teil bekommt man zu sehen. Und das Wichtigste: alle Schockeffekte sitzen und kommen stellenweise wirklich unerwartet.

Das ist schlecht:

Das Finale ist etwas zu sehr in die Länge gezogen und verliert durch einige unrealistische Aktionen an Spannung. Für Zuschauer, die außerdem nur leichte Horror-Berieselung wünschen, könnte die Verwebung mit den vorangegangenen Teilen etwas zu komplex sein. Wer zudem einen rein klassischen Paranormal-Activity-Streifen erwartet, könnte unter Umständen enttäuscht werden.

Im Großen und Ganzen ist "Die Gezeichneten" ein äußerst gelungenes Spin Off und ein guter Zwischenakt innerhalb der Paranormal-Activity-Reihe. Und das trotz des eigenständigen Settings sowie der Atmosphäre. Die Entwicklung der Story ist zudem sehr spannend, auch wenn das Ende etwas künstlich gestreckt wirkt. Der eine oder andere Fan wird sogar behaupten, dass es sich um einen der stärksten Teile der Serie handelt und hätte damit gar nicht mal so unrecht. Es sei denn, man wünscht sich klassische paranormale Aktivität. Somit bleibt es vor allem ein Zwischenschritt, der neue Türen in Bezug auf die Story öffnet, was der schon recht lang laufenden Reihe definitiv nicht schaden würde. "Paranormal Activity: Die Gezeichneten" gehört somit sicherlich zu den Filmen am Anfang des Jahres, die man sich anschauen sollte, wenn man ein dämonisches Tänzchen wagen möchte.