Jetzt mal Hand aufs Herz: Filme mit übergroßen Monstern, die gegen noch kolossalere Roboter kämpfen, mit Vorliebe im asiatischen Raum gedreht, sind doch für viele zum Davonlaufen. Schaut man nur auf das Papier, könnte „Pacific Rim“ genau ein Streifen dieser Gattung sein. Regisseur Guillermo del Toro („Hellboy“, „Pans Labyrinth“) setzt jedoch wesentlich mehr auf reines Spektakel, auch wenn die Hommage an die alten Monsterhappen aus Asien unverkennbar ist. Der Film poltert momentan mit purer SciFi-Action über die Leinwand, was ihm wiederum einige böse Kritiken einbrachte. Ob dies jedoch an einer falschen Erwartungshaltung lag? Wir sagen euch, ob „Pacific Rim“ nur eine bescheuerte Ungetümhatz ist oder doch die monstermäßige Überraschung des Sommerkinos 2013.

Darum geht’s:

Die Erde, vielmehr die Menschen auf ihr, haben im wahrsten Sinne des Wortes ein mächtiges Problem. Denn durch ein Dimensionsportal sind außerirdische Monster, Kaiju genannt, auf den Blauen Planeten gelangt. Die Basis der Kaiju liegt in den Tiefen der Meere, von wo sie mit aller Regelmäßigkeit die Metropolen der Menschen angreifen. Ihr Ziel: Die totale Zerstörung. Die menschliche Zivilisation steht vor dem Ende und doch gibt es Hoffnung. Denn gigantische Kampfroboter mit dem Namen „Jaegers“ sind die einzigen Waffen, die der Alienbrut ebenbürtig sind. Gesteuert werden diese von zwei menschlichen Soldaten, die miteinander neuronal vernetzt sind. Im Film selbst rücken die beiden Piloten Raleigh (Charlie Hunnam) und die graziöse Mako (Rinko Kikuchi) in den Vordergrund, die beide eine persönliche Rechnung mit den Kaiju offen haben. Was folgt, ist ein pompöser CGI-Bilderkrieg.

Das ist gut:

Wem „Cthulhu“ und „Neon Genesis Evangelion“ etwas sagen, der wird schnell merken, an welchen Werken „Pacific Rim“ sich anlehnt. Wer einen epischen Kunstfilm erwartet, mit viel Tiefgang und dererlei Prämissen, der fällt halt auch tierisch auf die Nase. Denn dieser Film ist durchweg darauf erpicht, mit einem arteigenen visuellen Konzept zu überzeugen. Science Fiction, Action und effektgewaltiges Spektakel sind hier die markigsten Schlagwörter. Genau das ist es, was diesen Film mit all seinen kreativen Action-Elementen und seiner interessanten Dramaturgie sehr sehenswert macht.

Das ist schlecht:

Auch wenn es nicht das Ziel von „Pacific Rim“ ist, eine epische Story zu erzählen, hätte ein Fünkchen mehr geschichtliche Fülle dem Streifen nicht geschadet. Etwas geistlose Charaktere könnten insoweit stören, wenn man von diesem Film etwas anderes erwartet als er schlussendlich ist: eine grenzenlose Zerstörungsorgie zwischen Monstern und Menschen.

Zwei Bedingungen sollte man vor dem Film erfüllen. Zum einen keine falsche Erwartungshaltung an den Streifen zu richten und sich zum anderen auf ihn und seine Thematik einlassen zu können. „Pacific Rim“ überzeugt visuell mit einer gut eingesetzten Optik in 3D, seinem cartoon-artigen Charme und natürlich mit CGI-Effekten, die einem in Hülle und Fülle ins Gesicht geballert werden. Es ist ein apokalyptischer Thriller der etwas anderen Art mit viel Öl, Wasser, Mechanik und E.T.-Genetik. Ein lohnenswerter Action-Blockbuster für einen rasanten Kinospaß, nachdem die Sonne untergegangen ist. Action-Fans, die wissen, womit sie es zu tun bekommen, werden die Vorstellung mit einem guten Gefühl verlassen.