(Strahlt übers ganze Gesicht) Ich weiß noch ganz genau, wie ich vor ein paar Jahren auf den internationalen Filmfestspielen von Venedig Quentin Tarantino vorgestellt wurden. Ein grandioser Regisseur mit dem Ohr für die perfekte Filmmusik. Eine lustige Anekdote zu diesem Aufeinandertreffen: Wir wurden Quentin vorgestellt, er schüttelte uns die Hand und er hörte nicht damit auf. Er schaute mir in die Augen und sagte, wie lustig die Situation sei. Ich fragte, was er meinte.

Darauf er: „In Italien gibt es zwei große Filmkomponisten, die genau die gleichen Namen haben wir ihr – De Angelis. Ich liebe sie, nutze auch einiges ihrer Musik in meinen Filmen.“ Da brachen alle Umstehenden in lautes Gelächter aus, worauf Tarantino fragte, ob er etwas Falsches gesagt hätte. Jemand antwortete: „Nein, überhaupt nicht – das Ding ist bloß, dass einer der beiden Angelis-Brüder gerade vor dir steht. Nun wird es Zeit, deine Rechnung zu bezahlen.“ Ich antworte darauf: „Nein alles gut, wir sind bereits quitt, weil du dich entschieden hast, unsere Musik für deine Filme auszuwählen!“

Eure Filmmusik verbreitet immer eine gewisse Fröhlichkeit. Man summt, wippt oder singt automatisch mit – und ist gut gelaunt. Woran liegt das deiner Meinung nach?
Ich erzähle dir was: Vor zwei Monaten hatten wir ein Interview mit Vincenzo Mollica. Er ist die Nummer eins unter den Musikjournalisten, eine wahre Eminenz in Italien. Er führt nicht mit jedem ein Interview. Es war das erste Mal, dass wir ihn getroffen hatten. Er sagte jedenfalls, dass er so froh ist, uns kennenlernen zu dürfen nach all den Jahren, die er unsere Musik schon hört. Er sagte, wir würden mit unserer Musik die Fröhlichkeit nach Italien und in die italienische Musik bringen. Etwas, was nicht mehr existiert.

Aber zur eigentlichen Frage: Mein Bruder und ich genießen es in jeder Pore, Musik zu machen. Zuerst genießen wir sie selbst – und bringen sie dann heraus. Seit jeher ist Musik die Essenz unseres Lebens. Und wenn du das Leben liebst, bist du glücklich. Und genau diese Heiterkeit in unserer Musik steckt jeden an.

Haben Bud Spencer und/oder Terence Hill euch schon einmal gesagt, welche ihre Lieblingssongs sind?
Nein, leider nicht. Aber sie lieben unsere Musik. Bud war ja auch ein toller Sänger. Kurz vor dem Tod von Bud rief mich sein Sohn Giuseppe Pedersoli an. Er sagte: „Hey Guido, Papa würde gerne ein Album mit dir und Maurizio machen – oder wenigstens zusammen einen Song aufnehmen.“ Das war genau drei Tage, bevor Bud verstarb und mich Giuseppe anrief und sagte, dass sein Papa von uns gegangen sei. Das war ein schlimmer Moment und eine harte Zeit.

(Guido schluckt und holt tief Luft) Aber lass uns positiv denken, glücklich und fröhlich sein und uns auf Berlin freuen! Genau das hätte nun auch Bud Spencer gesagt!

Zum Abschluss. Willst du noch ein paar Worte an eure Fans in Deutschland richten?
Gerne – an unsere deutschen Fans – es ist Zeit, dass wir zu euch zurückkommen. Ihr habt Maurizio, mir und der ganzen Musik von Oliver Onions über all die Jahre und von Generation zu Generation so viel Liebe geschenkt. Diese Liebe wollen wir euch zurückgeben, wir wollen euch umarmen – alle von euch in Deutschland! Ciao!