Wenn man an die Bud-Spencer- und Terence-Hill-Filme denkt, haben eigentlich alle automatisch auch die Musik im Kopf. Das ist doch eigentlich recht ungewöhnlich.
Unsere Musik wächst zusammen mit dem Film. Normalerweise bekommen Musikkomponisten für einen Film ein Script, man hat dazu seine Ideen, nebenher wird der Film abgedreht. Wenn er fertig ist, wird editiert. Im letzten Akt erst wird der Komponist kontaktiert und im Schneideraum gefragt, was für eine Art Musik man nun hier einbringen könnte. Das haben wir aber nie auf diese Weise gemacht. Das ist uns zu kalt, zu distanziert und emotionslos. Wir waren immer am Set, wir haben die Gags dort live gesehen und diese Atmosphäre für unsere Musik aufgesaugt, um so am Ende den perfekten Sound für die Filme zu erschaffen.

Gibt es eigentlich einen persönlichen Lieblingssong aus den Spencer/Hill-Filmen?
(Runzelt die Stirn und grinst) Ich könnte dir einen Song nennen, aber in dem Moment wo ich dir einen Song gebe, tut es mir leid um die anderen Lieder. Ich kann da nicht wählen, egal welchen – „Dune Buggy“, „Flying Through the Air“, „Bulldozer“. Oder „Banana Joe“, und „Sheriff“ mit Bud Spencer – nein, da gibt es keinen, den ich favorisiere. Wenn die Songs Menschen wären, würden sie uns anmotzen, weil wir sie vergessen. Das sind alles unsere Söhne. Und du kannst ja keinen Sohn dem anderen vorziehen.

Mal generell gefragt: Stört es dich, von den meisten Menschen primär mit den Spencer/Hill-Filmen in Verbindung gebracht zu werden?
(Lacht) Oh nein, das ist absolut okay. Gerade weil wir so gute Freunde von Bud Spencer waren und so viel Zeit in unserem Leben miteinander verbracht haben. Wir sind ja heute noch eng mit Terence Hill befreundet. Wir telefonieren auch alle drei bis vier Wochen miteinander. Es tut mir halt wahnsinnig leid um Bud, er war einfach so ein liebevoller und lustiger Mensch – wir vermissen ihn sehr. Aber er ist immer noch da in unseren Herzen. Gerade, wenn ich an den Chorus von Bud denke, dieses „Lalalalalala lalalalalala Babababa baabaa“, sehe ich ihn lebhaft vor mir, wie damals am Set in Madrid, wo für den Film gedreht wurde. Von daher ist das vollkommen in Ordnung für uns, wenn man uns mit ihren Filmen verbindet – wir sind ja ein Teil davon.

Woran liegt das deiner Meinung nach? Während viele andere Filmsongs aus der Mode kommen, sind eure hingegen zeitlos und weiterhin beliebt. Selbst jetzt, 40 Jahre nach Veröffentlichung, dabei sind es ja keine normalen Popsongs.
Weil unsere Musik authentisch ist, was Musik generell sein sollte. Die Musik in Bezug auf Filme ist immer ein Teil davon, sie sollte nie eine Nebensache sein. Die Einstellung heutzutage ist meistens, zu einem Film keine großen Titelmelodien oder einprägsame Melodien zu machen. Es geht ihnen fast nur um Atmosphäre. Viele Regisseure sind eifersüchtig auf Musik. Sie wollen nur eine Sinneswahrnehmung haben. Du machst dennoch passende und schöne Musik dazu. Darauf sagen Regisseure oft: „Nett, aber vielleicht lassen wir das raus. Lasst uns lieber die Dialoge überprüfen!“ – und solche Dinge. Wir mögen diese Art von Konzeptionsmusik nicht und viele arbeiten leider so. Ich kann dir sagen, wir haben in der Filmbranche aber auch dann und wann das Gegenteil kennengelernt, was für uns eine riesige Befriedigung war…

Teil 4 des Interviews auf der nächsten Seite: