Bud Spencer und Terence Hill waren sicher das schlagkräftigste Duo der Filmgeschichte. All ihre Filme alleine oder im Doppelpack besitzen heute Kultstatus. Doch was wären all ihre Streifen ohne diese einzigartige Filmmusik? Nur halb so cool! Anders als in vielen anderen Filmen geht hier die Musik Hand in Hand mit den Szenen – und genau deshalb ist sie bei den Fans auch so beliebt. Es sind Songs, die sich ins Hirn gebrannt haben und die jeder mitsingen kann.

Bud und Terence haben mit ihren Filmen ohne Frage ihren Anteil an dem weltweit riesigen Erfolg der Musikerbrüder Guido und Maurizio De Angelis, hierzulande besser bekannt als Oliver Onions. Jeder Spencer/Hill-Jünger kann heute nur anhand der Musik sagen, um welchen Kultstreifen es sich handelt. Oliver Onions haben schließlich die meisten der Filme musikalisch begleitet – und damit in den 70ern und 80ern einige Hits gelandet.

Erinnern wir uns da nur an Hits wie „Flying through the Air“ aus „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“ oder eben ihrem Megahit „Bulldozer“ aus „Sie nannten ihn Mücke“. Oder allgemeine Kracher wie „Stay“ aus „Cinderella“, „Santa Maria“ oder auch „Sandokan“. Es ist derweil lange her, dass das Duo auf der Bühne stand, nämlich über 30 Jahre.

Das hat nun ein Ende, feiern die Meister der Filmsoundtracks am 05. Oktober 2018 in der Berliner Columbiahalle doch ihr Bühnen-Comeback bei der „Oliver Onions Friendship Party“. Infos und Tickets gibt es unter: www.oliver-onions.de. Jedenfalls ist dieses Konzert ein guter Anlass, um Guido De Angelis vor das Mikrofon zu holen, um mit ihm zu plaudern – aus dem Nähkästchen, zum Comeback, über Bud Spencer bis Quentin Tarantino und auch über ihre Musik.

Es ist euer erstes Konzert jemals in Deutschland. Richtig? Schon aufgeregt?
Oh ja! Nachdem wir vor so vielen Jahren die Bühne verlassen haben, sind wir sehr aufgeregt und erwartungsvoll. Wir hatten uns nun sehr lange auf das Schreiben von Soundtracks für Filme konzentriert. Außerdem begannen wir mit der Produktion von Filmen und TV-Serien. Dann, nach langer Zeit, sprach ich mit meinem Bruder Maurizio. Ich sagte ihm, dass wir wieder ein Live-Konzert geben sollten, eine Reunion oder sowas in der Art. Wir hatten das schon vor zwei Jahren in Budapest getan. Da aber nur, weil Bud Spencer gestorben war – zu Ehren unseres guten Freundes.

Tja, damals war die Reaktion aller so toll und gleichzeitig so wichtig für uns. Deshalb hatten wir uns schließlich dazu entschieden, zurück zu den Leuten zu gehen, die uns lieben. Dazu ist es ja nie zu spät. Nun also unser erstes Konzert – und das in Berlin. Ich hoffe wir können das nächstes Jahr mit ein paar weiteren Terminen in Deutschland fortsetzen, zum Beispiel in Frankfurt, Stuttgart oder München. Generell haben wie vor, die nächsten zwei bis drei Jahre Live-Konzerte zu geben.

(Zuvor waren Guido und Maurizio De Angelis bereits zum alljährlichen SpencerHill-Fantreffen angereist.) Wie war es für euch, dort vor so vielen Leuten zu stehen und zu sehen, wie beliebt die SpencerHill-Filme, aber auch eure Musik heute noch sind?
Es beeindruckt mich immer wieder und macht uns wahnsinnig stolz. Wir haben zu 80 bis 85 Prozent aller Spencer/Hill-Filme die Musik geliefert. Wir haben viel erlebt, lange Zeiträume an den Sets zusammen mit Bud und Terence verbracht. Das wollten wir auch immer, mittendrin zu sein, in den Shootings, statt einfach nach Hause zu fahren und bloß zu komponieren.

Man muss die Sinne frei machen, die Atmosphäre eines Films live am Set miterleben, um ein Gefühl für die passende Musik zu bekommen. Übrigens war die Stimmung dort die ganze Zeit stets ausgelassen und glücklich. Ich freue mich einfach, zu sehen, wie die Fans diese Fröhlichkeit von Songs „Flying Through the Air“ oder „Bulldozer“ wiedergeben.

Teil 2 des Interviews auf der nächsten Seite: