„Old“ – Film-Kritik – Regisseur M. Night Shyamalan überrascht mit seinem neuen Streifen „Old“, der nun für das Heimkino erscheint und Mystery, Horror und Thriller zu einem überaus verstörenden aber auch fesselnden Erlebnis vereint. Wer die filmischen Werke von Shyamalan kennt weiß, das sie einen ganz eigenen Stil vorweisen. So auch in „Old“, weshalb sich Zuschauer auf reichlich „Mindf**k“ freuen können.

Schlicht und ergreifend geht es im Film um das Altern. Allerdings nicht so, wie wir es kennen und uns vorstellen. Denn in „Old“ geschieht dies alles an einem Tag, was zur Folge hat, dass der Tod schneller vor der Tür steht als üblich. Von diesem mysteriösen Ereignis betroffen ist eine Gruppe Gäste, die sich an einem Strand einfindet.

Fesselt mit psychologischen Schrecken

Zu Beginn ist natürlich alles in bester Ordnung vor dieser idyllischen Kulisse. Das hält allerdings nur so lange an, bis die Beteiligten merken, dass dort etwas gar nicht mit rechten Dingen zu geht. Denn plötzlich beginnen alle fürchterlich schnell zu altern. In einer Geschwindigkeit, dass ihnen angst und bange wird. Beginnend beim sehr erfrischenden und unkonventionellen Plot, präsentiert sich „Old“ erfreulicherweise nicht als schnödes Drama, sondern als Streifen, der mit teils verstörenden Szenen unter die Haut geht.

Es ist mehr ein intelligenter Schocker, der mit psychologischem Schrecken fesselt, anstatt mit blutigen Szenen zu schocken. So geht es im Film schließlich um den menschlichen Verfall und die Vergänglichkeit, was allen Beteiligten traumatische Ereignisse beschert und vor allem auch zu tragischen zwischenmenschlichen Konflikten führt.

Thematik nichts für schwache Nerven

„Old“ schafft es zudem, den Zuschauer direkt mitzunehmen und bis zum Ende zu fesseln. M. Night Shyamalan hat einmal mehr einen Film erschaffen, der weit entfernt von der Massenware ist. Ein Werk mit Tiefgang, das eine Menge Gesellschaftskritik sowie einen spannenden Genremix liefert, der auch aufgrund seiner Thematik nichts für schwache Nerven ist.

Hier entsteht der Horror im Kopf, weshalb der Streifen sich auch keiner großartigen Effekte bedient. Hier sind es vor allem die Darsteller und die guten Dialoge, welche dem Streifen und seinem Spannungsbogen die Dynamik verleihen. Was jedoch anders ist im Vergleich mit den anderen Shyamalan-Streifen wie beispielsweise „The Sixt Sense“: Dass es keinen der berüchtigten Knallhart-Twists zum Finale des Films gibt.  

Das tut der Qualität von „Old“ jedoch keinen Abbruch, kann dieser spezielle Mystery-Horror doch letztendlich auf ganzer Linie überzeugen.  

Old (Universal Pictures) – VÖ: 09. Dez. 21