„Nobody“ – Film-Kritik – Mit diesem Actionthriller poltert ein böser, knallharter Actionthriller in die Heimkinos. Dafür verantwortlich zeigen sich Regisseur und Produzent David Leitch („John Wick“, „Atomic Blonde“, „Deadpool 2“) sowie Regisseur Ilya Naishuller („Hardcore“), die schon bewiesen haben, dass sie abgedrehtes Haudrauf-Kino können.

Dieses illustre Trio wird komplettiert von „Better Call Saul“-Star Bob Odenkirk, der in „Nobody“ die Hauptrolle übernommen hat. Im Film geht es um Hutch Mansell. Der ist ein typischer Niemand, den keiner so richtig wahrnimmt. Wortlos erträgt der Ehemann und Vater die Demütigungen seines Alltags, ohne sich dagegen zu wehren.

Unterschätze niemals einen Nobody

Selbst als eines Nachts zwei Unbekannte in sein Vorstadtzuhause einbrechen, weigert er sich, seine Familie zu verteidigen, um eine Eskalation zu verhindern. Davon ist sein jugendlicher Sohn Blake schwer enttäuscht, und auch seine Frau Becca entfernt sich in der Folge nur noch mehr von ihm. Doch tatsächlich ist dieser Vorfall der Tropfen, der das Fass mit Hutchs lange brütender Wut zum Überlaufen bringt – dunkle Geheimnisse kommen zum Vorschein und wecken seine tödlichen Instinkte.

Plötzlich begibt sich der unscheinbare Hutch auf einen brutalen Feldzug, um seine Familie vor einem gefährlichen Gegenspieler zu retten – unterschätze niemals einen Nobody. Kultserienstar Bob Odenkirk, der bereits in „Better Call Saul“ und „Breaking Bad“ überzeugte, schafft es auch hier. Nur in einer Rolle, wie man ihn so zuvor noch nie gesehen hat. Alleine diese Tatsache besitzt großen Unterhaltungswert.

92-minütige Gewalt-Orgie

Doch auch die Nebenrollen sind nicht nur klasse, sondern auch interessant besetzt: mit Connie Nielsen („Wonder Woman“), Michael Ironside, Colin Salmon, Gage Munroe aber auch keinem Geringeren als Christopher Lloyd („Zurück in die Zukunft I-III“) sowie Multitalent RZA. Überhaupt überzeugt „Nobody“ auf ganzer Linie. Zumal die 92-minütige Gewaltorgie vollgepackt ist mit brutaler Action, einer beachtlichen Dosis schwarzen Humors, reichlich schrägen Szenen sowie skurrilen Figuren.

Und mittendrin eben der genial aufspielende Bob Odenkirk, der auf die Schnauze bekommt wie Rocky Balboa und abgeht wie Jason Statham in „Crank“. Das ist stellenweise so aberwitzig, dass einem schwindelig wird, aber es macht enorm viel Laune. Da kann man auch getrost die eine oder andere Logiklücke beiseiteschieben, die in diesem Actiongewitter letztendlich in die Belanglosigkeit rutscht.

Denn „Nobody“ gehört mit Abstand zu den besten Genrestreifen der letzten Jahre, zeigt man hier doch schlicht, wie geniale Action-Unterhaltung auszusehen hat. Besitzt ohne Frage das Potenzial, ein legendärer Kultfilm zu werden!

Nobody (Universal Pictures) – VÖ: 11. Nov. 21