Der Rundfunkbeitrag – die Umlage, die wir alle für unabhängige und freie Medien zahlen. So jedenfalls der Tonfall, wenn Intendanten und Sprecher diverser Sender und Radiostationen dazu befragt werden, warum uns Monat für Monat in die Tasche gegriffen wird. In Dänemark hat man dieses Modell nun abgeschafft und versucht einen anderen, bürgernäheren Ansatz.

Das Thema wird nach wie vor heiß diskutiert – die oben genannten Argumente der Vertreter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks stoßen auf zunehmend taube Ohren. Scheinbar auch in Dänemark, denn in dem nördlichen Nachbarland wird den Öffentlich-Rechtlichen das Budget um ein Fünftel gestrichen und der Beitrag abgeschafft. Stattdessen werden die Sender ab jetzt über Steuern finanziert – und zwar gänzlich ohne die Einführung einer neuen Steuer.

Die Neuregelung würde letztlich sämtlichen Dänen blankes Geld sparen, erläuterte Finanzminister Kristian Jensen am Freitag. Um den Rundfunk auf diese Weise zu finanzieren und keine neue Umlage erlassen zu müssen, wird dafür stattdessen der persönliche Steuerfreibetrag gesenkt. Damit ist Dänemark das nächste Land, in dem das Thema der Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks angegangen wurde.

Erst im Februar hatten sich die Schweizer im Zuge einer Volksabstimmung dagegen entschieden, ihre Gebühren abzuschaffen. Man darf gespannt sein, ob andere Länder der EU Dänemark nachziehen – und welche Konsequenzen dies für Deutschland haben könnte.

Quelle: welt.de